Erlebnisbericht Zürich Staffelmarathon von Ingrid Plüss
Redaktion FIT for LIFEVom Blind-Date zum Zürcher Staffelmarathon
«Willst Du mir nicht noch den Staffel-Chip übergeben?», fragte Markus hinter mir schelmisch und riss mich aus meiner leichten Verwirrtheit in der 1. Wechselzone. Klar doch, es hiess der 1. Läufer läuft am ablösenden Läufer vorbei und dann…?
Nach einem «pass auf beim Überholen» und motivierendem Küsschen auf die Wange, sah ich nur noch seine wirbelnden Fersen, welche die zweiten 10 km des Marathons in Angriff nahmen. Hätte ihm gerne noch schmunzelnd nachgerufen, dass ich gerade so im Schuss war und dadurch die Übergabe ganz vergessen hätte. Aber der Reihe nach…
Samstag, 10.4.2010 Saalsporthalle Zürich
Es herrscht weder Gedränge in der Expo noch Warteschlangen bei der Startnummernausgabe. Bewaffnet mit vier Plastiksäcken begebe ich mich wieder zum Haupteingang. Das ist sicher Peter, unser Schlussläufer und frage spontan: «Hoi, bist Du Peter?» Er antwortet erstaunt in Schriftdeutsch: «Ja, aber woher kennst Du meinen Namen?»
Unser FIT for LIFE-Leserteam fand schlussendlich doch noch zusammen und wir füllen gemeinsam die Kohlenhydratspeicher mit feiner Pasta. Die ungefähre Schlusszeit sowie Übergabezeiten in den Wechselzonen werden berechnet und der Treffpunkt bei der EKZ-Sonne für das anschliessende Team-Foti vereinbart. Das Wichtigste, wir haben uns alle mal kurz gesehen, was doch wesentlich die Staffelübergabe vereinfacht.
Ausgelassen erinnern wir Markus, dass er dann bitte in der Wechselzone und Treffpunkt pünktlich sein soll und verabschieden uns voneinander.
Staffelmarathon, 11. April 2010
Eine kalte, böige Bise schlägt mir in der Bahnhofstrasse entgegen. Ohne zu wissen, welches Tempo ich laufe, lasse ich mich vom Rhythmus der Marathonläufern mittragen. Die Pulsuhr zeigt Null an und die regelmässigen Kilometertafeln habe ich übersehen.
Ich geniesse die tolle Ambiance über die Quaibrücke, die motivierenden Zurufe der zahlreichen Zuschauer, Sonne, strahlend blauen Himmel und vom Bellevue tönt mir eine Steelband entgegen. Einfach genial.
Oh, bereits bei KM 5. Ein Blick auf die Uhr bestätigt mir, dass ich die erste Halbzeit vor mich hingeträumt habe, war ja auch so verlockend. Na, dann geben wir doch jetzt ein wenig Gas, damit Markus bei der Kälte nicht zu lange warten muss. Nochmals über den Bürkliplatz, dann Alfred-Escher-Strasse runter, das zweite Mal durch den Start und bereits sehe ich die 1. Wechselzone vor mir. «Mädchen, gib noch mal alles», schiesst mir durch den Kopf und bereits werde ich vom Speaker angekündigt. Markus winkt mir freudig entgegen. Kurzer Blick auf die Uhr, gar zwei Minuten schneller als vereinbart, jupie.
30 Minuten zuvor, in Meilen
Christine, unsere 3. Staffelläuferin über 5 km deponiert ihren Rucksack bei der Wechselzone, welche gerade erst eingerichtet wird. Als sie später das Toitoi-WC verlässt, wird von den Helfern applaudiert.
Purer, frischer Morgengenuss beim Einlaufen nach Erlenbach auf der angenehmen, verkehrsfreien Seestrasse. Einige Morgenspaziergänger lächeln amüsiert mit der Bemerkung, dass sie in die verkehrte Richtung laufe.
In der Wechselzone Erlenbach sitzen die Staffelläufer gut eingepackt mit Mütze und Handschuhen am Seeufer, essen die letzten Bananen und geniessen die leicht wärmenden Sonnenstrahlen. Den lustigsten Spruch liefert ein Helfer, welcher versucht, nervös wartende Läufer einzuweisen: «Jene, welche auf den Einsatz warten, stehen dort, diese Seite ist für die ‘alten’ Läufer reserviert…» Damit meinte er diejenigen Läufer, welchen ihren Einsatz bereits beendet haben.
Bunt gemischt ist der Laufstil, ebenso der Motivationsgrund, das Niveau, die Ausrüstung und die Laune der startenden Läufer/innen.
Die Übernahme von Markus klappt so problemlos wie die Übergabe an Peter. Kurz vor der Wechselzone klopft jemand sanft auf die Schultern: Christine’s jüngster Bruder grüsst nicht nur, sondern läuft auch noch ein paar Meter mit. Sicher bemerkt er nicht, dass er von Peter sehr bald überholt wird
11.45 Uhr, EKZ-Sonnenbogen
Ungeduldig und leicht frierend blicke ich suchend herum. Da taucht Peter, unser Schlussläufer über 17 km auf, und berichtet glücklich aber noch schwer atmend, dass er mehr kämpfen musste als es bei einem Marathon hätte tun müssen. Dieser kalte Wind sei von allen Seiten gekommen. Christine trifft aufgestellt mit Peters Kleidern ein, nur Markus ist ausser Sichtweite. Das soeben eingetroffene SMS von Datasport weist uns den 45. Rang mit einer Zeit von 3:12:38 aus. Wir haben unsere geschätzte Zeit unterboten!
Zum Team-Foti ist nun auch Markus anwesend und wir alle sind sehr gespannt, ob unser Sponsor und Herausforderer, das FIT for LIFE-Redaktionsteam vor oder hinter uns klassiert ist. (Knapp dahinter, wie in diesem Blog zu lesen ist)
Unsere Bilanz: Ein Team unbekannter Läufer trifft sich, jeder schätzt sich realistisch ein, die Treffpunkte klappen, die Strecken, Wetter und Stimmung waren lässig und es hat absolut Spass gemacht. Vielen herzlichen Dank an FIT for LIFE und nochmals Gratulation zum ausgezeichneten 69. Rang!
Schlagworte: Erlebnis, Staffelmarathon










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