Swiss Snow Walk Arosa – der Erlebnisbericht von Carola Rüegg

Redaktion FIT for LIFE

Copyright: Swiss Snow Run and WalkPerfekte Verhältnisse beim Kampf gegen sich selber

Dass ich bei FIT for LIFE einen Startplatz für den Swiss Snow Walking & Run 2010 in Arosa gewonnen hatte, war grossartig – und ich freute mich auf den Anlass. Doch bereitete er mir auch einiges Kopfzerbrechen: In welcher Kategorie soll ich starten, wie soll ich mich darauf vorbereiten, habe ich genügend warme Kleider, reichen meine Schuhe?

Als Flachland-Kurzstreckenläuferin, die lange Wanderungen in den Bergen liebt, entschied ich mich für den Long Snow Nordic Walk über 12km. In den letzten zwei Jahren war für mich nach dem Zürcher Silvesterlauf Winterpause. Im 2009 dauerte diese beinahe bis den Mai, umso schwerer war dann der Neubeginn. Nach dem Silvesterlauf 2009 brauchte es etwas Überwindung, sich warm anzuziehen und sich in der Kälte zu bewegen. Noch vor Weihnachten war ich 2 Stunden Nordic-Walken und bemerkte, dass die Kälte vor allem meinen Knien zusetzte. Die übrigen Körperteile und sogar meine Füsse waren warm genug. Im Hinblick auf den Snow Walk kaufte ich mir deshalb noch die X-warme Sportunterwäsche und war somit startbereit.

Copyright: Swiss Snow Run and WalkWie meist vor einem Lauf setzte ich mir diverse Ziele. Das Wichtigste war Mitmachen, egal, wie die Wetterverhältnisse sein würden. Ich setzte mir auch ein zeitliches Ziel von 2 Stunden. Dann kam der grosse Tag! Nach einer nicht so guten Nacht und einer 3-stündigen Bahnfahrt erreichte ich Arosa. Das verschneite Dorf versetzte mich in gute Stimmung und ich nahm es ziemlich gemütlich mit Umziehen und den letzten kleinen Startvorbereitungen. Ich verfolgte den Start der Crazy Snow Walker und all den vor mir startenden Walker der 12-km Distanz. Ich war im letzten Startblock eingeteilt.

Der Walk über den gefrorenen See war etwas anstrengend, da man immer wieder einsank oder auch etwas ausrutschte, danach waren die Verhältnisse super. Es lief mir auch blendend, und ich konnte schon bald Walker des vorher startenden Blockes überholen. Die Steigung hinauf war weniger steil als ich sie mir vorgestellt hatte und zwischen dem wolkenverdeckten Himmel sah man auch immer wieder die Sonne durchscheinen. Dies beflügelte mich richtiggehend.

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Ich war selber überrascht wie gut es mir lief. Die grössten Anstrengungen waren jeweils das Überholen der vorangehenden Walker. Es schien mir, dass alle links walkten, weshalb ich einige Male vom Weg abweichen und durch den tieferen Schnee gehen musste, um zu überholen, was etwas kräfteraubend war.

Der Aufstieg zur Tschuggenhütte war vom Panorama her genial. Man sank wieder etwas mehr ein im Schnee, doch dafür sind ja die Stöcke bestens geeignet, um einem mit einem kräftigen Abstossen vorwärts zu helfen. Ich bin zwar keine Nordic-Walking-Spezialistin, aber gerade für das Bergaufgehen finde ich die Stöcke eine grosse Hilfe, sie sind wie zwei weitere Beine, die einem unterstützen.

Die lange Kolonne der Nordic-Walker im Schnee gab ein schönes Bild ab. Und weiter oben Richtung Brüggerhorn sah man die Crazy Snow Walker wie Ameisen bei ihrem Aufstieg. Die Verpflegung bei der Tschuggenhütte war eine Wohltat und wärmte einem innerlich auf. Auf dem Weg zur Mittelstation staunte ich, wie wenig Skifahrer es auf den Pisten hatte, es waren wohl alle beim Snow Walk & Run dabei. Noch überraschter war ich, als ich bei der Mittelstation die Zeit sah, seit dem Start war nicht einmal eine Stunde vergangen. Ich hatte zwar zahlreiche Teilnehmer überholt und es lief mir ausgezeichnet, aber dass ich so schnell unterwegs war, überraschte mich trotzdem.

Copyright: Swiss Snow Run and WalkLangsam hüllte sich Arosa in Nebel ein und man konnte das Dorf auf dem Weg hinunter nicht mehr sehr gut erkennen. Obwohl ich das Gefühl hatte, das Tempo etwas zu verlangsamen, überholte ich auch auf dem Weg ins Tal noch einige Walker. Ich musste jedoch feststellen, dass dies unter den Walkern nicht so gerne gesehen wird. Dabei ist es doch gerade an einem solchen Anlass nebensächlich, wer wen überholt. Den Kampf führt man nur gegen sich selber.

So auf jeden Fall war es bei mir. Überglücklich erreichte ich das Ziel, ich hatte es geschafft, die Zeit war zu diesem Zeitpunkt nebensächlich. Nach einer angenehmen warmen Dusche und einer gut schmeckenden Pasta ging ich doch noch zum Zelt der Diplom-Ausgabe, um meine Zeit zu erfahren. Ich war sogar unter 1 Stunde 50 Minuten! Einer Zeit, die ich mir nie erträumt hätte. Die mich nun aber anspornt, vermehrt zu trainieren und meine Runningstrecken zu verlängern. Ich denke, mit Hilfe des Nordic-Walkings auf Bergstrecken werde ich irgendwann auch noch einen Halbmarathon absolvieren können!

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