Schneeschuh- und Airboardtour
Redaktion FIT for LIFEGrundlagentraining einmal anders
Mit Schneeschuhen den Gipfel hochschreiten und mit dem Airboard runtersausen. FIT for LIFE hat die actiongeladene Ausdauersport-Kombination ausprobiert und war begeistert. Sowohl Schneeschulaufen als auch Airboarden sind einfach. Der eine Sport ist langsam, der andere schnell – und beide machen glücklich. Für FIT for LIFE war der Startort die Talstation Sargans.
Der Bergführer Marcel Schmed vom Anbieter Freizeit Aktiv Schmed empfängt die Airboar-Neulinge und bringt sie gleich weiter nach Bad Ragaz, von wo her der Pizol mit den Schneeschuhen bestiegen wird. Bevor
wir starten, kontrolliert Schmed bei jedem einzeln, ob das Lawinensuchgerät eingeschaltet ist. Dann trotten wir hintereinander Richtung Pizol. Etwas breitbeining, damit wir uns nicht selber ein Bein stellen. Obwohl wir gemütlich unterwegs sind, schnellt der Puls in die Höhe und bewegt sich im Bereich Grundlagenausdauer und auch mal höher. Wo gibt’s das schon: Wir sind im Training und kriegen es nicht mal mit. Der Blick auf die umliegenden Berggipfel lenkt ab. Der ruhige Schrittrhythmus lässt einen in Gedanken versinken. Die Sonne überträgt ihre Energie auf uns.
Surfen auf dem Bauch
Oben angekommen, zeigt uns Schmed, wie man airboardet. Er rennt mit dem Board unter dem Arm los und springt drauf. Der Schnee stiebt. Nach der Bauchlandung surft er auf dem Brett den Hang hinunter. Indem er das Gewicht verlagert, steuert er sein Airboard über ein Kuvenprofil aus Kunststoff unten an den Seiten.
So machts der Profi. Und wir? An einem kaum abfallenden Hang wagen wir den ersten Versuch: Helm auf, Knieschoner an, losrennen, bäuchlings aufs Airboard liegen, gleichzeitig die Handgriffe festhalten und kopfvoran runter gleiten. Wir werden mutiger: Wir spurten schneller los als die Baywatch-Lebensretter, wir reissen das Board unter dem Arm hervor, wir lassen uns darauf fallen und sausen runter. Es fühlt sich an als würden wir direkt auf dem Winterweg gleiten. Die Nähe zum Schnee verstärkt den Temporausch. Unsere Knie liegen knapp über oder manchmal auch direkt auf dem Schnee, deshalb die Schoner. Wir rauschen runter und wiegen sanft hin und her. Nur die Rückenmuskulatur und der Nacken ist angespannt, schliesslich wollen wir was sehen. Zum Glück federt das Luftpolster Dellen und Hügel auf der Piste ab.
Im Schnitt erreichen Airboard-Piloten eine Geschwindigkeit von 30 bis 40 Stundenkilometern. Zum raschen Bremsen stossen wir das Airboard mit gestreckten Armen weg und legen es vor uns quer. Wenns nicht so schnell gehen muss, kann man ähnlich wie beim Skifahren eine enge Bremsurve ziehen. Wenn der Schnee griffig ist, stehen wir auch so innert Sekunden still. Und falls das nicht klappt, rollen wir uns einfach vom Airboard runter. Wenn etwas Pulverschnee liegt, schwebt man mit blossen Gewichtsverlagerungen in grossen Bögen den Hang herunter. Wer hingegen auf der vereisten Piste runterdonnert, kann weder steuern noch bremsen. Aus diesem Grund ist das Airboarden auf einigen Schweizer Skipisten verboten.
Das Schöne am Airboarden: Wer will, nimmt es gemütlich. Wers schneller mag, gibt Gas. Letztlich hatten wir alle Spass. Und am nächsten Tag Muskelkater, aber nicht nur in den Armen vom airboarden, sondern auch in den Schienbeinen vom Schneeschulaufen.
Nützliche Infos
Airboarden
Das Airboard kam 2001 auf den Markt. Über zehn Jahre lang tüftelte der Schweizer Joe Steiner an seinem Luftschlitten, bis er die richtige Mischung aus Stabilität und guten Gleit- und Lenkeigenschaften gefunden hatte. Das Airboard besteht aus Kunststoff und ist mit reissfestem Nylongewebe armiert. Es ist aufgeblasen rund 120 cm lang, 70 cm breit und wiegt 2,9 kg (inklusive Tasche, Reparaturset und Pumpe). Zum Transport kann das Airboard gefaltet werden, so ist es kaum grösser als ein A4-Ordner und passt gut in einen grösseren Rucksack. Am schönsten sind Abfahrten im Tiefschnee. Allerdings ist bei Ausflügen über die Baumgrenze wie bei einer normalen Schneeschuh- oder Skitour die Lawinengefahr zu beachten.
Die hier beschriebene kombinierte Schneeschuh-/Airboardtour auf den Pizol und andere Routen im Sarganserland bietet der Bergführer Marcel Schmed von Freizeit-Aktiv an. Weitere Anbieter für Airboardtouren: Canyoning Adventure Davos, Ruina Trail Castrisch, Crystal Events, Alpina Outdoor, Alpin Zentrum Gstaad, 4Wellbeeing Adelboden, Sundance Adventure Trips, Frigg Sport, Sportshop Toggenburg, ROTH Bergsport und Trekking, Menzi Sport Filzbach, Jugendhaus Seewis, Fun-Care AG, Sport Coach Ringlikon, Outventure, Active Team Stoos, All Seasons Activities Einsiedeln, Impuls Event Schindellegi. Weitere Infos über Airboard-Material und Pisten unter www.airboard.com.
Schneeschuhlaufen
Wer gleichzeitig etwas für die Kondition tun möchte, wandert mit Schneeschuhen den Berg hoch. FIT for LIFE hat in Zusammenarbeit mit Helsana und Coop ein Dossier «Snow Walking» herausgegeben. Auf 32 Seiten finden Sie dort alle Infos rund ums Schneeschuhlaufen. Dieses Dossier kann man hier gratis herunterladen oder können mit einem frankierten Rückantwortcouvert (Fr. 1.10) bestellt werden unter: FIT for LIFE, Neumattstrasse 1, Dossier «Snow Walking», 5001 Aarau.
Spezieller Airboard-Wettkampf
Am Kerenzerberg findet am 20. Februar ein Airboard-Wettkampf der speziellen Sorte statt. Bei der Freeride Trophy beginnt man mit Schneeschuhen eine Art OL, wo die Teilnehmer bei den Posten verschiedene Aufgaben erwarten. Anschliessend kommt es zu einer rasanten Abfahrt. Sieger ist, wer zuerst im Ziel ist und die Aufgaben am besten erfüllt. Infos und Anmeldung unter www.airboard.com













Ich habe im Winter meinem Bruder eine Airboard Tour geschenkt und das war echt der Hammer und wird richtig schnell! Kann ich auch nur empfehlen!