Neujahrsmarathon Zürich: Im Laufschritt ins Neue Jahr
Redaktion FIT for LIFE
Marathon am Silvester: eine verrückte Idee?
Eine weitere Austragung des Neujahrsmarathons Zürich gehört der Vergangenheit an. Der Vollmond liess sich zwar nur bis kurz vor Mitternacht am Himmel blicken, doch das trockene Wetter bei angenehmen Temperaturen lud zur sportlichen Betätigung entlang der Limmat ein. 656 Sportler aus 33 Nationen und sämtlichen Kontinenten machten sich auf die 10,55, 21,1 resp. 42,195 Kilometer langen Laufstrecken. Darunter auch Isabelle Blaser, Gewinnerin eines Gratis-Startplatz für den 6. Internat. Neujahrsmarathon Zürich:
«Der Start ins Neue Jahr ist geglückt, wenn auch etwas schmerzhaft. Mit einer Zeit von 3:46.07 habe ich meinen ersten Marathon bestanden! Das war nicht meine angestrebte Wunschzeit, aber schlussendlich war ich einfach froh, die Zielgerade erreicht zu haben.
Nicht zuletzt dank einem italienisch sprechenden «Pacemaker», der mich auf dem letzten Kilometer noch mit ins Ziel begleitete. Zu der Zeit, als ich eintraf, schien mir der Zieleinlauf schon ziemlich lehr und ruhig, keine tosenden Zuschauer auf den letzten Metern, wie man es kennt von anderen Läufen. Mit ca. 5 Grad plus erschien mir die Aussentemperatur optimal und ich war blad froh, nicht mit Stirnband und Handschuhen gestartet zu sein. Der Vollmond war, wenn überhaupt, leider meist nur für kurze Zeit sichtbar und erleuchtete die Strecke spärlich, trotzdem hatte ich keine Mühe ohne Stirnlampe, bin ich es mir doch gewohnt, im halbdunkeln zu laufen.

Dass die eine oder andere Baumwurzel und einige Stolpersteine rot gekennzeichnet waren, kam mir zu gute. Die Strecke mit 95% Naturstrassenanteil fand ich super, obwohl ich keine Liebhaberin von Runden drehen bin. In der Dunkelheit fiel das aber nicht so sehr auf, da es immer wieder dieselbe Strecke war. Ich lief die ersten beiden Runden in ca. 1:45 h, eine nicht schlechte Zeit für mich. Bis und mit Km 28 ging es mir körperlich noch sehr gut. Allerdings kamen erste Bedenken hoch: Was, wenn die Quittung für das schnelle Tempo kommt und das Leiden plötzlich und heftig einsetzen wird?
Ab der dritten Runde war ich fast alleine unterwegs, nur noch vereinzelte Lichter von Stirnlampen waren auf der anderen Seite der Limmat zu sehen und zunehmend verlor ich jegliches Zeitgefühl, die Strecke erschien mir auf einmal doppelt so lange und ich musste mein Tempo markant drosseln, denn die Oberschenkel-Muskulatur begann zu brennen.

Aha, so fühlt es sich also an nach Km 30, sagte ich mir und meine Gedanken kreisten des Öfteren um eine heisse Dusche und ein warmes Bett. (Duschen musste ich dann allerdings kalt.) Es war nicht das erste Mal, dass ich einen Lauf über 30 Km machte, doch diesmal schien meine Leidensgrenze schneller erreicht zu sein und ich gebe zu, ein paar mal einige Meter auf der letzten Runde im Marschschritt hinter mich gebracht zu haben.
Alleine zu laufen ist bei Weitem nicht so motivierend wie zu zweit oder in Kleingruppen. Oft versuchte ich deshalb mich an die Fersen anderer zu heften oder zumindest Schritt zu halten. Im Grossen und Ganzen habe ich aber einen guten Rhythmus gefunden und der Puls war optimal.
Viele verschiedene Sprachen wurden an diesem Abend in der Sporthalle gesprochen. Die eine oder andere interessante Person lernte ich vor, währen und nach dem Lauf für kurze Zeit kennen und ich hörte so manche sagen, wir seien doch verrückt, einen Marathon am Silvester zu laufen.
Stimmt schon, aber es muss ja nicht immer derselbe langweilige Jahreswechsel sein. Der Neujahrsmarathon wird mir wohl auch immer in schöner Erinnerung bleiben, trotz der Strapazen, die er mit sich brachte. Falls ich wieder einmal das «Projekt Marathon» in Angriff nehmen, werde ich mich sicherlich noch besser und mit längeren Trainingseinheiten vorbereiten müssen.»
Zum Schluss ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren, der Lauf war super organisiert. Hoffentlich wird er auch am nächsten Silvester ein paar «verrückten Läufern» einen sportlichen Start ins 2011 ermöglichen!








Infos und Tipps zur Trainingsgestaltung, eine Agenda inkl. Trainings-Protokoll, Wochen-Pläne, Wettkampf-Auswertung und vieles mehr! Das FIT for LIFE-Trainings-Tagebuch gibts gratis gegen ein frankiertes Rückantwort-Couvert (Frankatur: Fr. 1.10) bei: FIT for LIFE, Trainingstagebuch, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau.