Live-Blog vom Abu Dhabi Adventure Challenge – Tage 4 & 5

Redaktion FIT for LIFE

Sandsturm in der Wüste Liwa

Die Wüste Liwa ist die grösste Sandwüste der Welt und umfasst eine Fläche von rund 780 000 km2 (im Vergleich, die Schweiz hat eine Fläche von rund 41 000 km2), die höchsten Dünen erreichen eine Höhe von 300m. Diese Wüste, die bei den Einheimischen auch den Namen «leeres Viertel» hat, war also Schauplatz für das 120 km lange Wüstentrekking.

Sonnenaufgang-neu2

Als ich im Camp eintreffe, sind die Top 10 Teams schon da und zum Glück ist auch Beni mit seinem Team bereits eingetroffen. Es ist heute unheimlich heiss und die Athleten liegen alle im Schatten der Beduinenzelte und versuchen ihre Batterien wieder aufzuladen.

Beni Hug und KasiaIch begegne Kasia und Artur von Benis Team – sie sind beide glücklich, dass diese Wüstenetappe so gut gelaufen ist. «Beni hat in der Nacht super gut navigiert und uns alle mitgezogen – es war einfach einmalig», meint Kasia.

Ironman Faris al Sultan auf der «Touristenvariante»

Auch Andrea Huser, die gestern noch einen Riesenbammel hatte, kommt schon fast ins Schwärmen: «Es ist faszinierend, was der menschliche Körper alles leisten kann, ich muss all diese Eindrücke erstmals verarbeiten. Schon nur wenn ich jetzt weitere Teams sehe, die da über die steile Düne ins Ziel laufen, kommen mir die Tränen.» Diesen Respekt aber auch den Stolz über die eigene Leistung ist bei allen Athleten spürbar. Während die Top-Teams schon dabei sind ihre Mountainbikes für die morgige Etappe zu rüsten, treffen weitere Teams hier im Camp 2 ein. Unter ihnen übrigens auch das Team von Faris al Sultan (Ironman Hawaii Sieger 2005) – er ist gemeinsam mit Andrea Brede (Ironman Europameisterin 2006), Christian Rothart und Werner Leitner zum ersten Mal bei der Abu Dhabi Adventure Challenge dabei. Die vier Top-Triathleten haben sich allerdings für die «Touristenvariante» entschieden, d.h. sie laufen nicht alle Checkpoints an und nehmen den direkten Weg ins Ziel, was ihnen allerdings einiges an Zeitstrafen einbringt. Kaputt sind sie aber trotzdem und zollen den Athleten, die die ganze Strecke absolvieren, vollen Respekt. Ob sie vom Adventure Virus befallen werden, wird sich aber erst morgen zeigen, wenn es aufs Mountainbike geht.

Heimtückische Schotter- und Sandpisten

Start-zur-2-Hälfte-MTB-neuDer 5. Tag beginnt recht stürmisch – es fegt ein heftiger Wind durchs Camp und einige Zelte fliegen davon. Beni und sein Team sind zuversichtlich für den heutigen Tag, Beni schränkt allerdings ein: «Das Wüstentrekking hat viel Energie gekostet und heute werden wir viel Gegenwind haben, dies wird nicht einfach». Er sollte leider Recht behalten. Die Teams legen zuerst eine relative kurze Strecke von 33,7 km zurück bis zum Qasr Al Sarab Resort zurück. Doch schon auf diesem kurzen Teilstück zeigt sich, wie tückisch der Mix aus Schotter- und Sandpiste ist. Immer wieder hat es Sandhaufen, die die Athleten ins Schlingern bringen. Kasia, die Polin in Benis Team, hat ebenfalls zu kämpfen. Sie mag nicht mehr essen und hat dadurch auch nicht genügend Energie um den Gewalten der Natur zu trotzen. Ihre drei Team-Mitglieder versuchen alles, um ihr zu helfen. Beni meint trocken: «Es war als hätte ich einen Kinderveloanhänger dran….». Der Frust ist spürbar, aber dank dem guten Teamspirit schaffen die vier die zweite Hälfte der Strecke in rund 4 1/2 Stunden.

Andrea HuserEine Glanzleistung zeigt Andrea Huser mit ihrem Team. Komplett «eingesandet» von Kopf bis Fuss strahlt mir im Ziel ein glückliche Andrea entgegen: «Es war mega und ich fühlte mich immer besser – toll, dass wir hier unseren ersten Etappensieg feiern können.»

Leider sind nicht alle gleich glücklich. Andrea Brehde stürzt kurz nach dem Start unglücklich und verletzt sich an der Hand. Sie ist nicht mehr in der Lage den Lenker richtig zu halten – nun wird sich zeigen, ob das Team um Faris Al Sultan echten Teamspirit hat! Die vier Triathleten schaffen es nicht d.h. sie lassen Andrea hängen und dies rächt sich bei solchen mehrtägigen Rennen immer. Andrea entscheidet sich, das Rennen zu beenden – wer weiss, was gewesen wäre, wenn ihre Teammitglieder sie besser unterstützt hätten? Der heutige Tag war für alle eine echte Tortur – der Wind und der schwierig zu fahrende Sand, forderte von den Athleten alles.

Morgen (Donnerstag) steht jetzt noch die letzte Etappe auf dem Programm. Beni und sein Team werden sich sputen müssen, damit sie ihren Top-10-Platz erreichen.

Bis bald, Daniela Hug

Beni Hug-Team Speleo Salomon2

Kommentare

Ein Kommentar zu “Live-Blog vom Abu Dhabi Adventure Challenge – Tage 4 & 5”
Marco Boschi 11.12.2009 12:04 Uhr

Alle gut für die letzte etappe!!!
Marco

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