«Lucerne Marathon: Ich bin bereit!»

Stefan Müller

© Swiss-ImageErfolgsversprechendes letztes Testrennen

Nur noch rund zehn Tage, dann findet in Luzern zum dritten Mal der Lucerne Marathon statt. Für mich ist dieses Rennen nach dem Rotterdam Marathon im Frühling der zweite grosse Saisonhöhepunkt. Die vergangenen Trainingswochen sowie das letzte Testrennen haben mir aufgezeigt, dass ich sehr gut in Form bin. Die nächsten Tage sind nun aber ebenfalls noch sehr entscheidend. Damit ich am 25. Oktober eine optimale Leistung abrufen kann, steht die letzte Trainingsphase vor dem Wettkampf ganz im Zeichen der Erholung.

Am 20. September – genau fünf Wochen vor dem Marathon – bestritt ich mein letztes Testrennen und zwar in Karlsruhe über die halbe Marathondistanz. Ziel dieses Rennens war es nicht eine neue Halbmarathon-Bestzeit aufzustellen, da mein Fokus ganz auf den Lucerne Marathon gerichtet ist. Solche Testrennen sind mir aber trotzdem sehr wichtig, da sie mir jeweils aufzeigen ob ich mich auf dem Weg zur Topform befinde oder woran ich noch zu arbeiten habe. Zudem sehe ich solche Wettkämpfe auch als intensive Trainingseinheiten und als Gelegenheit nach längeren Trainingsphasen wieder einmal etwas Wettkampfluft zu schnuppern.

Wasserturm Luzern

Der Halbmarathon von Karlsruhe bestätigte mir meine gute Form und gab mir die Gewissheit, dass ich mich im Hinblick auf den Marathon auf dem richtigen Weg befinde. Mit dem dritten Rang und einer Zeit von 1:10h – meiner drittbesten Zeit über die Halbmarathondistanz – durfte ich sogar sehr zufrieden sein. Das erfreulichste für mich war aber, dass ich mich von diesem Rennen sehr schnell erholt habe und bereits zwei Tage später wieder ins Marathontraining einsteigen konnte.

Nun neigt sich das Marathontraining langsam dem Ende zu. Den letzten Long Run und die marathonspezifischen intensiven Trainingseinheiten habe ich bereits hinter mir, und ich befinde mich im so genannten Tapering. In dieser finalen Phase vor dem Wettkampf, welche bei mir zwei Wochen dauert, versuche ich mich möglichst gut zu regenerieren, damit ich in Luzern gut erholt an den Start gehen und meine Bestleistung abrufen kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich nur noch im Bett liege und mich möglichst wenig bewege. Natürlich gibt es in den zwei letzten Wochen noch den einen oder anderen Ruhetag, aber ich trainiere weiterhin regelmässig, damit ich einen gewissen Rhythmus aufrechterhalten kann. Auf dem Plan stehen aber nur noch wenige intensive Einheiten und verhältnismässig kurze Dauerläufe, wodurch der gesamte Trainingsumfang deutlich reduziert wird.

Die Taperingphase ist vom Training her also sehr locker, jedoch nicht immer ganz einfach, wie ich aus eigener Erfahrung weis. Als ich mich auf den Rotterdam Marathon vom vergangenen Frühling vorbereitete, musste ich mein Training einmal aufgrund einer Grippe und ein paar Wochen später wegen Schmerzen im Knie unterbrechen. Danach konnte ich zwar wieder sehr gut trainieren, war mir während der Taperingphase aber auch bewusst, dass ich ein paar wichtige Trainingseinheiten verpasst habe. Doch ich blieb vernünftig; versuchte nichts nachzuholen sondern mich vor dem Rennen gut zu erholen, was sich dann auch auszahlte. Ich rate auch allen anderen Läufern in den letzten Wochen vor dem Marathon nichts mehr erzwingen zu wollen. Ein gezieltes Tapering ist absolut entscheidend und eindeutig der falsche Zeitpunkt um Verpasstes nachzuholen. Wichtig ist nicht nur, dass man gut trainiert hat sondern, dass man auch erholt und mit vollen Kohlehydratspeichern an den Marathonstart gehen kann.

Am Lucerne Marathon-Stand

Diesmal lief meine Marathonvorbereitung ganz nach Plan. Ich konnte sehr gut trainieren und fühle mich gut in Form. Ich könnte auch sagen: «Ich bin bereit für Luzern.» Dies stimmt jedoch nur bedingt, denn meine Formkurve sollte ja jetzt – während des Taperings – noch ansteigen. Erst durch die Erholungsphase vor dem Wettkampf gelangt der Körper in eine so genannte Superkompensation, welche es einem ermöglicht am Wettkampftag eine optimale Leistung abzurufen.

Ich bin sehr optimistisch, dass es mir gelingen wird, in Luzern ein gutes Rennen abzuliefern und mein Ziel «neue Bestzeit» zu erreichen. Auf den Wettkampf – mein Heimrennen – freue ich mich riesig (oder «rüüdig», wie wir Luzerner sagen). Ich wünsche auch allen anderen, die beim 3. Lucerne Marathon laufen werden, dass sie am 25. Oktober gut vorbereitet und erholt und mit viel Freude an den Start gehen können.

PS: Mehr zum Thema «Tapering» findet ihr in der September-Ausgabe von «Fit for Life» unter «Viks Trainingstipps».

›› Download FIT for LIFE-Artikel «Viks Trainingstipps»

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Kommentare

Ein Kommentar zu “«Lucerne Marathon: Ich bin bereit!»”
Sandro Papenfuss 20.10.2009 10:10 Uhr

Hoi Stefan

Auch von meiner Seite ein “toi-toi-toi” und Viel Erfolg beim Lucerne Marathon!!!

En Gruess
Sandro

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