TransSwissRun – Final last day!
Transswiss RunnersEtappe 8: Lausanne – St.Gingolph, 49 km, 650 m auf und ab
Ich bin schon länger wach, trotzdem reisst mich um 5.45 ein penetrantes Gepiepse aus meinen Tag-/Nachtträumen. Walti’s Wecker ist noch auf Vortag programmiert. Er wird als Letzter von uns Vieren erwachen und dem Lärm ein Ende bereiten.
Um 7 gehen die ersten los. Ich fünf Minuten vor der eigentlich ersten Gruppe, die letzten wohl um 8 Uhr. Es ist bedeckt. Trotzdem: Die Mückenschwärme lassen sich im Gegenlicht gut ausmachen. Kopf runter und durch. Was machen die Viecher eigentlich sonst noch als bloss rumhängen?
Die ersten 3 A4 Blätter gilt es längs gen Osten abzulaufen, diesmal am Uferweg mit Ausflügen in die Reben. Irgendwie müssen die 650 Höhenmeter ja auch zusammenkommen. Erst spät lässt sich das Ausmass der heutigen Etappe erkennen, noch verbirgt sich das andere Ufer und das obere Ende des Sees im diffusen Licht; Es wird ein wenig mystisch und man bekommt eine Ahnung, was noch alles auf uns zu kommt.
Nach 3 h kommen wir am Hauptsitz der Nestlé in Vevey vorbei zur 2. Verpflegung. Frisches vom Markt wird uns von Hansjürg aufgetischt, das macht Freude.
Von da bis zum Schloss Chillon marschiere ich den ganzen Weg; der meistens parallel zur Hauptstrasse führt. Vor gut 30 Jahren habe ich anderthalb Jahre hier gearbeitet und auch gelebt. Angenehme Erinnerungen werden wach. Schön, hier alleine zu laufen. Ich hänge meinen Gedanken nach und geniesse dies. Trotzdem bin ich nicht allein. Vorne und hinten hats welche von uns, wir werden toll betreut und verpflegt; ein Leben im Schlaraffenland.
Ab Chillon bis Villeneuve zur VP3 trabe ich mit Bruno. Dann hält mich nichts mehr zurück. Die letzten 5.5 h habe ich mich weitgehend geschont, der Wanderwegweiser St.Gingolph 2 h 35 fordert mich heraus und ungeahnte Kräfte werden frei, zudem locken die ersten fünf Kilometer des Rhonedelta mit zum Teil kleinen Pfaden im Wald zum forscheren Tempo. Die letzten 7 km auf Hartbelag können die gute Laune nicht mehr verderben und ich laufe durch. Eine gute Stunde im Marathontempo lassen Freude aufkommen.
Die letzten 10 Minuten lasse ich die letzten 8 Tage Revue passieren und bekomme Augenwasser. Toll, dass ich hier mitmachen durfte, frei von Beschwerden. Die Schweiz, welch kleines Land und welch schöne Erinnerungen werden mich fortan begleiten. Ich freue mich auf die Karte der Tagesschauwetterprognose und werde mich mit Stolz an diese 8 Tage erinnern.
Den vier Leuten aus dem OK ein Dankeschön von Herzen, Ihr habt uns toll ins Ziel gebracht!







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