Trans Swiss Run – Etappe 7
Transswiss RunnersMoleson Village – Lausanne, 53 km / 1700 Hm Auf-, 2500 Hm Abstieg
Um 5.30 erwache ich und erschrecke: kein Ton, nix – mein erster Gedanke: Die sind alle weg und haben mich vergessen. Weit gefehlt, die andern Knaben in unseren 14 Zimmern schlafen lautlos. Ich geniesse die Ruhe und die letzte halbe Stunde Nachtruhe. Um 6 gehts los, normaler Ablauf, um 7.30 die 1. um 8 Uhr die 2. Gruppe.
Rasch steigen wir von 1100 auf 1500 m ü. M. und just auf dem Sattel lichtet sich der Nebel und der Moléson zeigt seine Pracht. knapp über der Nebelgrenze gehts über schöne Alpen gegen Südwesten – eine Pracht
Von da an gings bergab. über Les Paccots gehts nach Châtel St. Denis und dann tauchen wir in die Schlucht der Veveyse welche wir unter der Autobahnbrücke queren.
Ich stosse einen leisen Fluch aus, schliesslich laufen wir ab jetzt in die «falsche Richtung», gilt es doch morgen in der Gegenrichtung (Lausanne – St.Gingolph) jeden dieser Kilometer zurück zu laufen. Wäre froh, wir wären bereits heute um das obere Ende des Sees gelaufen und das ganze hätte sein Ende.
Ein stetes Auf und Ab in den Weinbergen des Lavaux lässt den Schweiss perlen. Nach knapp 10 km halten wir uns ans hochgelegene Bahntrassee, mal darüber, mal darunter – die grossen Steigungen und Gefälle sind wir immerhin los.
Durch Pully gehts runter ans Genferseeufer und der letzte Kartenwechsel steht an. Jupii, nur noch ein Blatt – allerdings der Länge nach zu durchqueren. Das heisst rund 8 km durch die flanierende Menge und Myriaden von Mücken. Wir haben Glück. Im Gegenlicht lassen sich die Schwärme gut ausmachen – Kopf runter und durch.
Die Kilometer am Quai ziehen sich ewig hin und die Jugi liegt in Vidy.
Morgen sollens 49 km mit 650 m auf und ab sein – wers bis hierhin schaffte, der kommt morgen auch ins Ziel.
Ich bin überrascht, wie gut ich die 7 Etappen verdaue. Natürlich, oft wäre ich froh, das Tagesziel wäre 2 h näher. Damit rückt mein Ziel Aarau-Paris mit der nötigen Vorbereitung in den Bereich des Möglichen. Noch gibt es viel zu tun – nach wie vor ist die fehlende Kartengrundlage mein grösstes Problem. Auch sind gut 500 km in 7 Tagen einiges mehr als diese Woche hier, dafür gibts bloss geringes Gefälle zu überwinden. Mal schaun – und Vorfreude ist doch die Schönste aller Freuden.
Auf bald
Roli Gyssler
Gerne stelle ich euch noch Bram vor, ein holländisches Original. nebenbei, es sind 5 Holländer hier, allesamt gutgelaunte Kollegen, zwei davon sind markante Figuren mit rund 2 m Grösse und 100 kg auf der Wage. Bram läuft seit über 30 Jahren (Jahrgang 1965). Im Januar hat er in Belgien bei einem Marathon infolge Sturzes das linke Sprunggelenk gebrochen. 2 Nähte, je links und rechts zeugen vom Materialeinsatz des Chirurgen. Bram ist nicht etwa am Boden zerstört, sondern läuft und läuft und läuft…
Der lädierte Knöchel hat rund den doppelten Umfang des gesunden. Sein Stil soll nie wirklich gut gewesen sein, jetzt läuft er allerdings mit etwas Schieflage – ich würde allerdings eine Bank auf ihn setzen – der Junge kommt ins Ziel – chapeau!
Schlagworte: Trans Swiss Run








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