Schwimm-EM der Masters – Pleiten, Pech und Pannen

Regina Senften

Bestzeit dank Missgeschick vor dem Start

Man kann sich kaum vorstellen, wie viele Dinge auf einer Schwimmstrecke von 200 Metern im Wettkampf schief gehen können. Hier eine Auswahl der worst of Schwimm-EM der Masters 2009.

Introbild

Schwimmfreund Rainer steht hinter dem Startblock. Tänzelt nervös auf und ab. In wenigen Sekunden ist er dran. Noch schnell die Badekappe überziehen – und ab auf den Startblock. Denkste! Die Badekappe flutscht ihm aus der Hand, landet in hohem Bogen im Becken. Wat nu? Der Kampfrichter weiss auch keinen Rat. Ins Becken springen und die Badekappe holen? Das ist wider das Reglement. Also wartet der ganze Lauf  - immerhin 10 Schwimmer, 40 Kampfrichter und ein paar Funktionäre – darauf, dass die Wellen Rainers Badekappe an den Beckenrand schwemmen, er sie anziehen und starten kann. Kein Wunder, dass Rainer ob dieser Aufregung nicht Bestzeit schwimmt.

Nicht ganz so glimpflich kam eine Lagen-Schwimmerin davon. Nach der letzten Wende, die sie ordentlich auf ihrer Bahn eingeleitet hatte, tauchte sie auf einmal bei der Nachbarin in der Bahn auf. Schwamm da weiter, um dann kurz vor Schluss das Malheur zu bemerken und wieder unter der Leine durchzutauchen. Die Daumen aller vier Kampfrichter zeigten unmissverständlich nach unten. Disqualifiziert.

Daumen hoch

Mit gleihem Ergebnis beendete eine andere Schwimmerin ihren Lauf. Sie vergass wohl, dass sie über 200 Lagen angetreten war, schwamm nach der Rückenwende einfach noch 100 Meter in Rückenlage weiter, schlug an und rieb sich erstaunt die Augen, als ihre Konkurrentein Crawl schwimmend daherkamen.

RainerÜbel kann es auch ausgehen, wenn der Anzug den explosiven Start nicht überlebt. Auch davon kann Schwimmfreund Rainer ein Lied singen. Zwar erging es ihm nicht ganz so übel wie dem Amerikanischen WM-Schwimmer in Rom, der sein Hinterteil unfreiwillig der versammelten Presse präsentiert hatte. Aber der Schwimmanzug wies in diesem Teil, den andere gerne als Schimpfwort missbrauchen, unzweifelhaft ein Loch auf. Wieder keine Bestzeit für Rainer.

Glück im Unglück hatte Schwimmfreund Christian. Bei seinem Start ging kein elektronisches Startsignal los. Die Folge? Sechs Schwimmer plumpsten wie Dominosteine nacheinander ins Wasser. Was erst als Fehlstart interpretiert wurde, ging schliesslich als technisches Problem durch. Glück für alle Schwimmer, unter ihnen auch Christian, die vorzeitig im Wasser waren. Der Start wurde wiederholt.

Weil dieser Fehlstart ein echter Hingucker ist, hier das Video dazu:

Auch ich blieb von einem Missgeschick nicht verschont. Weil man vor dem Start seine Registry Card rund achtmal vorweisen und damit seine Anwesenheit bestätigen muss, sah ich nicht, wie ich mit der Registry Card immer noch um den Hals den Startblock betrat. Als ich mich nach vorne beugte, um in Startposition zu gehen, bemerkte ich das baumelnde Plastikteil. Wie von Sinnen riss ich mir das Teil vom Hals und schleuderte es irgendwo nach hinten. Gerade noch rechtzeitig! Schon erklang «take your marks» – Peep. Und los gings.

Ob ich wohl wegen dieser kurzen Panikattacke, die mein Puls kurz vor dem Start ins unendliche hochschiessen liess, Bestzeit über 200 Freistil geschwommen bin?!

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