Schwimm-EM der Masters 2009

Regina Senften

Brustschwimmen / wikimediacommonsWenn Adrenalin die Technik rettet

Am 14. September startet in Cadiz (E) die Schwimm-EM der Masters. Als Masters werden all jene Wettkampfschwimmer bezeichnet, die über 25 Jahre alt sind. Wer nun denkt, an einer Masters-EM schwimme nur altes Eisen im Chlorwasser obenauf, irrt gewaltig.

Denn bei den Masters wird ebenso um Hundertstelsekunden gekämpft wie beiden Schwimmwettkämpfen der Weltstars. Es gibt Europa- und Weltrekorde zu verteidigen. Bestzeiten zu knacken. Limitezeiten zu erfüllen. Und natürlich macht die Frage nach dem schnellsten Schwimmanzug auch bei den Masters nicht halt vor dem Startblock.

Auch ich habe in ein paar wenigen Disziplinen die Limitezeiten geschafft. Und so stehe ich nun als Schwimmerin der AK 35 im Aufgebot für die Master Championships Swimming Cadiz 2009. Die erste Hürde lässt nicht lange auf sich warten. Kaum ist die Open Ceremony mit Tusch, Fanfaren und Fähnchen aller Nationen überstanden, gehts los mit 200 m Lagen.

Lagen, das heisst nichts anderes, als alle vier Schwimmarten (Delfin, Rücken, Brust, Kraul) hintereinander zu schwimmen – mit jeweils korrekten Wenden. Viele Triathlon-Kollegen von mir erstarren, wenn sie hören, dass man da Delfin schwimmen muss. Brust und Kraul, okay. Aber Delfin und Rücken? Nein, danke!

Brustschwimmen / wikimediacommons

Ich verrate an dieser Stelle gerne ein Geheimnis. Meine Angstdisziplin ist nicht Delfin. Und schon gar nicht Rücken, im Gegenteil. Ich versage beim Brustschwimmen. Regelmässig. Und aus tiefer Überzeugung. Es gibt für mich nichts unangenehmeres und schwierigeres als Brustschwimmen. Das können die wenigsten Hobbyschwimmer und Triathleten nachvollziehen, wenn sie mir jeweils lässig ins Gesicht sagen: «Brustschwimmen? Das kann doch jeder!» Einspruch!

Wenn man Lagenschwimmen mit der Leichathletik vergleicht, so entsprichen Kraul-, Rücken- und Delfinschwimmen einem 100-m-, 200-m- und 400-m-Lauf. Brustschwimmen wäre dann sowas wie Hochsprung. Oder Dreisprung. Oder Speerwerfen. Jedenfalls nichts, das auch annähernd mit den anderen Disziplinen zu tun hat.

Entsprechend schlecht ist meine Technik beim Brustschwimmen. Als ich kurz vor dem Abflug nach Cadiz meiner Freundin klagte, dass ich beim Brustschwimmen noch immer kaum vom Fleck komme und meine Technik total am Letzten sei, meinte sie lakonisch: «Wenn Du an der EM schwimmst, bist Du vollgepumpt mit Adrenalin. Das wird Deiner Technik beim Brustschwimmen den nötigen Schub verleihen.»

Ich hoffe, sie hat recht.

Und für alle, die noch sehen wollen, wie Brustschwimmen wirklich geht, hier das Lehrstück von Michael Phelps:

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