Post-Cup: Als nächste Herausforderung wartet die Jungfrau-Meile

Redaktion FIT for LIFE

Die Chance der Mittelstreckler

Nach den vier Wertungsläufen im Frühling startet der Post-Cup in die zweite Saisonhälfte. Mit der Jungfrau-Meile in Interlaken am Freitagabend bietet sich den Mittelstrecklerinnen und Mittelstrecklern die Möglichkeit zu punkten.

«Das einzige Post-Cup-Rennen, bei dem die Distanz stimmt», sagt Mirco Zwahlen schmunzelnd. «Die Gelegenheit, mich auf der Strasse zu profilieren», betont Monika Augustin. Der fünffache Schweizer Meister über 1500 m wie auch die diesjährige Doppelmeisterin über 800 und 1500 m reden voller Datendrang von der Jungfrau-Meile.

Über die 1609,34 m führt die Strecke an diesem Freitag in Interlaken. Rund um die «Höhenmatte» wird gelaufen. Und für Zwahlen wie Augustin bietet sich praktisch einzige Möglichkeit, sich im begehrten Post-Cup zu profilieren.

Für Zwahlen wie Augustin ist die Affinität zur Distanz aber noch kein Garant für den Erfolg. Im Gegenteil: Beide betonen, dass sie grundsätzlich Bahnläufer sind, also mit den Spikes-Schuhen schnell unterwegs. Eine Meile auf der Strasse und mit den Strassenlauf-Schuhen bietet andere Anforderungen. Auf der Strasse tauchen plötzlich Widersacher auf, die sich auf der Bahn nicht präsentieren, die aber spezifisch vorbereitet antreten. Monika Augustin etwa sagt: «Da läuft plötzlich eine Marathon-Läuferin wie Bernadette Meier auf gleicher Höhe wie ich.»

Trotz Vorteilen bei der Schnelligkeit und dem Stehvermögen sehen sich die Mittelstrecken-Meister Zwahlen und Augustin keineswegs in sicheren Positionen. «Wir werden uns wehren müssen und Topleistungen abzurufen haben», sind sie beide überzeugt. Das fordert heraus. «Ich freue mich, die Jungfrau-Meile ist jedes Mal cool», sagt der Zürcher Unterländer vom LC Regensdorf. Tradition und einen hohen Stellenwert bringt er mit ihr in Verbindung. Und klar ist sein Ziel: «Ich will die Post-Cup-Wertung gewinnen und mich wenn möglich auch gegen die stärksten Ausländer durchsetzen.» Dazu baut ihn sein subjektives Gefühl auf: «Meine Form ist weiter steigend.» Wegen des Studienabschlusses und dem Einstieg ins Berufsleben war Zwahlen im Frühling etwas in Verzug geraten.

Ebenfalls noch längst nicht ans Zurückstecken gegen Saisonende denkt Monika Augustin vom BTV Aarau. Die «Jeux de la Francophonie» im Oktober im Libanon bilden das Ziel der Aargauerin. Die Jungfrau-Meile baut sie gezielt in den Aufbau ein. Da ist sie auf einem Niveau gefordert, dass sie in der Schweiz zu dieser Jahreszeit woanders kaum mehr findet. «Ich bin bereit», sagt sie und hofft erstmals überhaupt auf Post-Cup-Podest zu laufen.

An nationaler Konkurrenz wird es aber weder Zwahlen noch Augustin fehlen. Härtester Widersacher für ihn dürfte Philipp Bandi sein, der Post-Cup-Gesamtsieger des letzten Jahres und 5000-m-Olmypia-Teilnehmer. Bei den Frauen ist Sabine Fischer gemeldet. Klären bei der 1500-m-Olympia-Teilnehmerin von 2000 wird sich, wie sie sich von der Knieverletzung erholt hat. Ankündigen dürfte sich dabei auch, ob sie auch in diesem Herbst zu einer eindrücklichen Serie an den Stadtläufen ansetzen wird und erneut um den Post-Cup-Gesamtsieg mitreden kann. Nach den Frühjahrsläufen führen Lukas Stähli (LC Meilen) und Martina Strahl (LV Langenthal) das Post-Cup-Zwischenklassement an.

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