Marathon-Weisheit: «Ein Tag ohne Training ist ein Tag ohne Sinn»

Reto Curti

Drei Tipps für beschwerdefreien Laufsport

Im schönen Norwegen gibt es das Sprichwort «en dag uten trening er en dag uten mening», was soviel bedeutet wie: «ein Tag ohne Training ist ein Tag ohne Sinn». Irgendwie fühlt man sich dabei als Ausdauersportler wie aus der Seele gesprochen. Unser häufiges und regelmässiges Training ist wie eine Sucht für uns.

Tage, an denen wir keine Zeit haben oder pausieren, sind doch oft auch Tage, an denen wir mürrisch und schlecht gelaunt sind. Da uns unser so wichtiger Ausgleich fehlt.

Doch was für Langläufer stimmen mag, müssen wir Läufer kritisch hinterfragen. Denn kaum eine andere Ausdauersportart ist so belastend für den passiven und vor allem aktiven Bewegungsapparat wie der Laufsport. Dies gilt sowohl für Läufer, welche viel Langdistanz trainieren müssen, weil sie sich zum Beispiel für einen Marathon vorbereiten, wie auch für (Bahn-) Läufer, welche intensive Trainingseinheiten absolvieren. So gibt es kaum ein gemeinsames Lauftraining im Verein, bei welchem nicht über Laufbeschwerden diskutiert wird.

Achillesseheprobleme, Kniebeschwerden, Oberschenkel- Muskelverhärtungen, Fersenschmerz um nur einige zu nennen. Jeder ist quasi Fachmann, da er das eine oder andere schon erlebt hat. Ob allerdings eine sportlose Freizeitgestaltung gemäss Winston Churchill’s bonmot «no sports» gesünder und volkswirtschaftlich auf die Dauer günstiger ist, bleibe dahingestellt. Doch trotzdem müssen wir uns Fragen, was wir tun können, damit wir weiter beschwerdefrei Sport treiben können. Dies ist zumindest meine Meinung.

Ich habe auch schon meine Erfahrungen machen und die eine oder andere Laufpause einlegen müssen. Mit zunehmendem Alter versuche ich nun aber vermehrt prophylaktisch zu denken und treffe deshalb Vorkehrungen. Dabei unterscheide ich 3 Bereiche.

Erstens plane ich meine Saison strukturierter als früher und versuche im Winter eine längere Wettkampfpause einzulegen. Was andere Sportarten automatisch tun müssen, da die Wettkampfsaison nur über einen gewissen Teil des Jahres geht. Wir Läufer müssen – oder können – dies nicht, da unsere Volkslaufsaison quasi 12 Monate dauert.

Zweitens trainiere ich mehr alternative Sportarten, bei welchen die Belastung für den Bewegungsapparat geringer ist oder bei welchen andere Muskelgruppen beansprucht werden. Velofahren, Langlaufen, Inlineskating oder Rollski, Schwimmen und Krafttraining sind zumindest ein teilweiser Ersatz von laufspezifischem Training. Andererseits trainiert man so andere Bereiche, welche bei Laufen nicht oder weniger gebraucht werden.

Und dann versuche ich drittens auch der Erholung mehr Zeit und Gewicht einzuräumen. Regelmässiges Stretching, Massage (ich habe das Gück, dass meine Frau in Ausbildung zur Physiotherapeutin ist und viel Üben muss!) und Sauna helfen nicht nur dem Körper, sondern bieten auch die Gelegenheit, die Seele baumeln zu lassen.

So schaffe ich es, neben Beruf und Haushalt, regelmässig und beschwerdefrei Trainieren zu können. Nach anfänglichen Problemen anfangs Jahres läuft es zumindest momentan gut, bzw. immer besser und ich habe den Eindruck, mein neu eingeschlagener Weg stimmt. Auch wenn auf diese Weise natürlich weniger Kilometer pro Woche zusammen kommen. Dafür kann ich dem oben erwähnten Sprichwort gerecht werden (denn auch aktive Regeneration schaue ich als Training an!) und mein Umfeld muss sich dabei nicht mal über einen unausgeglichenen Mitmenschen beschweren!

Übrigens haben wir Pacemaker des Lucerne Marathons letzte Woche unsere Kleider bekommen. Den Laufschuh habe ich auch schon bezogen, so dass ich die Utensillien noch genügend einlaufen kann. Gerade die inner muscle-Kleider von asics, welche ich gestern beim Birslauf in Basel (gleich neben dem St. Jakobsstadiom kurz vor dem Spiel Schweiz-Griechenland) getragen habe, haben mir einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen.

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