Leichtathletik WM Berlin 2009 – 2. Bericht
Christian Binner
Von unfähigen Hammerwerfern, «Quoten-Europäerinnen» und «Berlino»
Nachdem ich am Freitag nach Spuren der WM in der Stadt gesucht habe, war ich gestern direkt vor Ort: im Olympiastadion. Zuerst stand eine Führung durch den gesamten Hintergrundbereich des Stadions an. Damit das alles schön weltläufig klingt, lief das unter dem Titel: «Behind the Scenes».
Es gab viel nackten Beton, ca. 1 Million km Kabel und mindestens noch 10mal mehr Personen mit ganz wichtigen Schildern um den Hals. Jetzt weiss ich auch, woher die Zuschauerzahlen der Veranstalter kommen. Man zählt einfach alles mit, was irgendwie «im» Stadion ist. Dann klappt es schon mit dem «Ausverkauft». Davon konnte während der Veranstaltung auf den Zuschauertribünen keine Rede sein. Wohlwollend geschätzt: halbvoll.
Aber es gab ja was zu sehen. Hammerwerfen zum Beispiel. Schade nur, dass die Deutschen Werfer ihre Arbeitsgeräte lieber in das Netz warfen als auf den Rasen. Wäre das Fussball, hätten wir 6:0 gewonnen, so blieb es bei Platz 5 und 6.
100m Lauf der Frauen. In den Halbfinalläufen durfte pro Lauf eine «Quoten-Europäerin» starten. Aber danach war Schluss mit lustig. Im Finale standen dann u.a. 4 Jamaicanerinnen. Dass diese KurzstreckenläuferInnen auch noch bequem sind konnte ich schon in den Katakomben das Stadion sehen (siehe Bild rechts).
Beim Stabhochsprung der Frauen lag die Sensation darin, dass es nichts zu sehen gab. Zumindest nicht von der Favoritin Jelena Isinbajewa (Russland). Sie stieg erst bei 4,75m Höhe ein, als nur noch drei Athletinnen übrig waren. Leider stieg sie auch gleich wieder aus, weil sie keinen gültigen Sprung ablieferte. So wurde die Weltrekordhalterin letzte.
So schnell geht das. Schnell waren auch die Männer auf den 10′000m. Nach 10 von 25 Runden war das Feld so auseinander gezogen, dass man fast den Überblick verlor, wer denn nun vorne und wer hinten ist. Aber irgendwann hat einer aufgehört und gejubelt und dann hatten die anderen auch keine Lust mehr zu Laufen. Der erste hat dann wohl gewonnen. Vielleicht war ihm auch kalt. Denn er nahm sich gleich ein buntes Tuch und warf es sich um die Schultern. Damit ist er dann eine Runde spazieren gegangen. Vielleicht war es auch die Siegprämie. Ich dagegen glaube, er wollte sich nur vor dem Maskottchen der WM dem «Berlino», einem dicken frechen Bären verstecken. Andere Athleten hatten weniger Glück: Sie wurden von «Berlino» umarmt.
Soviel für heute. Der nächste, nicht ganz so ernste Bericht kommt dann von den Marathonläufen. Wir Berliner haben auch schon eine Bezeichnung dafür: Stadtrundgang.
Viele Grüsse aus Berlin, euer Christian
Schlagworte: Erlebnis, Leichtathletik








Infos und Tipps zur Trainingsgestaltung, eine Agenda inkl. Trainings-Protokoll, Wochen-Pläne, Wettkampf-Auswertung und vieles mehr! Das FIT for LIFE-Trainings-Tagebuch gibts gratis gegen ein frankiertes Rückantwort-Couvert (Frankatur: Fr. 1.10) bei: FIT for LIFE, Trainingstagebuch, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau.