Warum haben alle Ironmänner Tattoos?
Claude «Moser» Ramme
Hart, härter, tätowiert?
Neulich machte mich eine Freundin auf einen Umstand aufmerksam, der mir zuvor noch nie ins Auge stach. «Warum», fragte sie, «haben alle Ironmänner Tattoos? Warum hast Du selber ein so prominentes? Geht das aufs Arschgeweih von Franzi zurück oder was?!» Was sagt man, wenn man solcherart angepflaumt wird? Und hat Franzi tatsächlich ein Arschgeweih?
Nein, was Franz trägt, geht weit übers Geweih hinaus. Zumal sie sich weitere Bilder stechen liess, wohingegen die üblichen Arschgeweihten den Gang zum Laser-Chirurgen antreten. Franzis ärgste Gegnerin aus alten Zeiten, Sandra Völker, hat auch eines. Wie so viele Schwimmerinnen.
Die Schönste, Laure Manadou, lässt einen halben Zoo auf ihrer Haut hausen. Franzis Ex Stefan Kretzschmar, seines Zeichens Handballer, ist noch härter drauf. Und er, woher hat er’s? Vielleicht von Dennis Rodman, zu Zeiten Michael Jordans Rebounder bei den Chicago Bulls – und eben, tätowiert und gepierct von Kopf bis Fuss.
Apropos Fuss – wenn es eine Sportlerpopulation gibt, die flächendeckend tätowiert ist, dann sind es die Fussballer. Hier fange ich gar nicht erst an, Namen zu nennen.
Zurück zu den Ironmännern – von denen gab es bekanntlich nur einen echten: Mike «Iron» Tyson. Der schreckte nicht nur nicht davor zurück, seinem Gegner das Ohrläppchen abzubeissen, sondern auch nicht, sein Gesicht durch ein Tribal zu markieren. Ich könnte endlos fortfahren. Apropos Fahren – Kimi Raikkönen hat auch eins.
Da fällt mir Chris Pack ein, eine Legende unter den Tätowierern, der in einem Interview unlängst bedauerte, dass Tätowierungen den Outlaw-Status verloren haben. Früher wollte man sich damit abgrenzen von den Normalbürgern.

Das geht heute nicht mehr. Heute ist man nur noch ein bisschen Outlaw. Aber das ist vielleicht die Antwort darauf, weshalb gerade Ironmänner und -frauen eines haben sollen oder wollen.
Die Sportart, entstanden aus der Frage, wer fitter sei: Schwimmer, Läufer oder andere Sportler, verkörperte zumindest zu Beginn so was wie eine Ansammlung von komplett Übergeschnappten – sportlichen Outlaws gewissermassen. Und wenn man sich mal in diesen Reigen eingereiht hat, ist’s nicht mehr weit bis zum öffentlichen Bekenntnis qua Tattoo. Oder – um hier einen altbewährten Werbeslogan aufzubereiten: Ich bin auch ein Outlaw.
Schlagworte: Ironman, Mosers Mission













ein super artikel, aber eben so ändern die zeiten, heute ist ein untattooter ein outlaw, oder from trendsetter zum trendfolower, ….bin mal mit den stützstrümpfen an frühstückspuffet, ging nicht lange und ich wurde gefragt; und? habe ich gesagt fördert das schnelle, zielgerichtete verdauen…und siehe da am anderen morgen!!!