Gigathlon – Nachlese: Unterwegs mit Priska
Roman Würsch
«Das ist ja wie im Militär!»
Die lange Blogpause verlangt natürlich nach einer Erklärung. Ganz einfach: Einerseits stand der Gigathlon seit Wochen im Vordergrund und anderseits ist der normale Gigathlonteilnehmer nicht Polizist, aber werktätig. Zwischen Werktätigkeit und Trainieren gab es schlicht keine Zeitfenster zum Bloggen. Dieser Beitrag heisst bewusst nicht «Unterwegs am Gigathlon» oder «Unterwegs in der Ostschweiz», was zweifellos auch etwas hergeben würde. Aber darin haben sich schon viele geübt. Dieser Blog ist der Gigathletin Priska gewidmet.
Ich war unterwegs mit Priska. Unterwegs auf einer der wohl schönsten Inline-Strecken der Schweiz. Kurz nach St. Margrethen machte sie sich hinter meinem breiten Rücken schmal und nahm meinen Schritt ab. Das hatten zuvor schon andere probiert, aber schnell wieder sein lassen. Priska (und Markus) blieben hartnäckig dran.
Irgendwann interessierte sie sich – im Inline-Zügli kommt man sich bekanntlich relativ nahe – für meinen Namen. Priska machte sich auch Gedanken über für die zurückgelegte Strecke, die Geschwindigkeit, dank GPS am Arm gab es dazu präzise Auskünfte. Überhaupt hatte sie erstaunlich viel Luft, und das alles hinter meinem Rücken.
Bei der Verpflegung stoppten wir unseren Ritt durchs Rheintal kurz. Meine Durchsage «Trinken, Gel mitnehmen, Banane essen – in 30 Sekunden fahren wir weiter, hat Priska gar nicht goutiert und kommentiert «das isch ja wie im Militär». Das ist möglich, aber wir waren sicher schneller und Priska hängte sich wieder ein.
Seit es Kleinstkameras gibt, die einen Sturz aus 1,5 Meter problemlos überstehen und nicht nur gegen Spritzwasser geschützt sind, sonder sogar unterwassertauglich, führe ich ein solches Ding auch auf Ausfahrten mit. So kann ich die tolle Landschaft, und die Konkurrenten digital einfangen. So habe ich dann von der Spitze aus mit Blick zurück meine Begleiter fotografiert.
Was ich da zu Hause zu sehen bekam, jagte mir einen gehörigen Schrecken ein. Zum guten Glück habe ich während der Fahrt nie zurückgeschaut: Angesichts des Decoltées hätte ich mir Sorgen gemacht, dass sich ein Insekt verirren könnte und unsere tolle Fahrt stoppen würde. So gesehen ist es nicht mehr als in Ordnung, wenn ich für Priska aus Winterthur die Lokomotive gemacht habe.
PS I. Das Bild entstand übrigens bei Kilometer 15,72, einer Geschwindigkeit von 30,5km/h; 170 Puls und nach genau 34 Minuten und 29 Sekunden Fahrzeit, exakt um 9.57 Uhr.
PS II: Am Sonntag hat Priska übrigens bewiesen, dass sie auch ohne mich schnell fahren kann.
Schlagworte: Gigathlon








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