Gigathlon 2009 – Gigathleten blicken zurück
Fränzi und Simone
Gigathlon – schön wars
«Cool Down Friday» hiess das Motto am Freitagnachmittag, und in entspannter Atmosphäre machten sich die Gigathleten punkt 13 Uhr voller Vorfreude auf den Weg. So auch wir. Nach unzähligen Stunden bzw. Kilometern der Vorbereitung war es also soweit und mit dem erlösenden Startschuss fiel auch ein Teil der Anspannung von uns ab: Endlich ging der Gigathlon 2009 los! Wir bekamen dann auch gleich einen kleinen Vorgeschmack, was uns in den kommenden zwei Tagen erwarten würde; mit diversen knackigen Anstiegen in fast allen Teilabschnitten fiel der «Cool Down Friday» eher unter das Motto «Warum Up Friday», aber es gab ja noch keine Zeitmessung und so konnten wir das Ganze langsam angehen lassen.Â
Am Samstag beim «Hilly Saturday» dann gings aber richtig zur Sache und Simone begann mit den 3 km Schwimmen im kühlen Nass von Rorschach nach Altenrhein. Dank ihrer guten Schwimmleistung konnte ich den Chip schon bald übernehmen und erwischte auf der langen Inlinestrecke nach Buchs/Schaan auch gleich einen «Schnellzug» und konnte mich mit ein paar anderen Athleten zu einer Gruppe zusammenschliessen. Dies erwies sich als grosser Vorteil, da der Wind doch spürbar von vorne und leider nicht von hinten kam. So gingen die 57 km dann auch rasant und wie im Fluge vorbei und ich konnte den Chip wieder Simone übergeben, die frisch verpflegt und voller Motivation in Buchs auf mich wartete.
Sie stand nun vor einer grossen und vor allem steilen Herausforderung: Zuerst mit dem Rennvelo übers Faschina- und Furkajoch und danach noch zu Fuss auf den Hohen Kasten. Aber auch dies meisterte sie problemlos und kam frisch fröhlich in Brülisau zur Seilbahn herausspaziert, wo ich mit einem mulmigen Gefühl auf sie wartete; vor mir lag nun die gefürchtete Bikestrecke ins Tagesziel St. Gallen. Diese erwies sich zu meinem Erstaunen zwar fahrbarer als gedacht, aber ich fand auch so noch genügend Abwärtsstellen, die mich zum Absteigen zwangen (der geübte Biker wird sich nun fragen, wo genau, aber wer unseren früheren Blog gelesen hat, weiss, dass Biken definitiv nicht zu unseren Paradedisziplinen gehört). Schlussendlich bin ich dann aber doch noch ohne Sturz (nur unzähligen Faststürzen!) und vor allem erleichtert in St. Gallen angekommen – der erste Tag war geschafft.
Den «Flowing Sunday» startete Simone mit ihrer «Zitterdisziplin» dem Inlinen. Die Gerüchte, dass die Strecke zum Teil steile Abwärtspassagen beinhalte, haben sich bewahrheitet und Simone hatte leider nicht ganz soviel Glück wie ich beim Biken; ein Sturz auf den Allerwertesten war die Folge, verbunden mit einer zerrissenen Hose und unschönen Hautschürfungen. Das Ganze sah ziemlich böse aus, so dass ich nicht wusste, ob Simone die Bikestrecke würde absolvieren können, als ich in Kreuzlingen ins Wasser stieg. Die schöne Schwimmstrecke brachte mich zwischenzeitlich auf andere Gedanken, und es war super angenehm, bei der brütenden Hitze im kühlen Nass schwimmen zu können. Als ich dann aber in die Wechselzone kam, hatte ich schon Schlimmes befürchtet, doch Simone stand bereits parat, um den Chip zu übernehmen und ihre letzte Gigathlonstrecke in Angriff zu nehmen.
Auch ihre Bikestrecke war nicht ganz so harmlos wie man aufgrund der Beschreibung hätte annehmen können, aber Simone meisterte auch diese Herausforderung tapfer, trotz lädiertem Sitzpolster, und so konnte ich den Chip zur berechneten Zeit in Frauenfeld übernehmen und mich auf den noch langen Weg ins Ziel nach St. Gallen begeben.
Die abwechslungsreiche Velostrecke war wunderschön und entschädigte einem für die immer wieder steilen Anstiege, die nun doch ziemlich einfuhren – irgendwie waren die Beine schon frischer als in diesen Momenten! Doch bald schon war die Wechselzone in Uzwil erreicht, wo Simone und unsere beiden Betreuer auf mich warteten, mir beim Wechsel halfen und mich mit Flüssigkeit und aufmunternden Worten versorgten. Kaum mit dem Velo angekommen, befand ich mich auch schon auf der Laufstrecke, wo ich nicht recht wusste, was mich erwartete – vor den angegebenen 590 Höhenmetern jedenfalls hatte ich ziemlichen Respekt. Doch es war weit weniger schlimm als erwartet, nicht zuletzt auch wegen des Regens, der kurz nachdem ich losgelaufen war eingetreten ist und für erleichternde Abkühlung sorgte. Allerdings wars dann doch ein bisschen zuviel des Guten und die Waldwege verwandelten sich aufgrund der sinnflutartigen Regenfällen schnell in schlammige Trampelpfade, die das Laufen erschwerten und die Strecke eher zu einem «Schlamm-Catch-Wettbewerb» verkommen liessen, so dass ich zweimal fast einen Schuh im Sumpf verlor.

Aber was solls, das Ziel war so nah wie noch nie und die letzen paar leicht abfallenden Kilometer ein wahrer Genuss, erst recht als ich die ersten Laute des Speakers durch die Lautsprecher vernahm. Da war es also vor mir, das langersehnte Ziel in St. Gallen und als ich mein Team erblickte und wir die letzten hundert Meter zusammen ins Ziel liefen, war dies ein unbeschreiblich schöner Moment, der all die Strapazen vergessen liess.
Nun ist der Gigathlon 2009 also bereits Geschichte, aber die vielen schönen Bilder und unvergesslichen Momente werden noch lange in unseren Köpfen präsent sein. Wir sind happy und auch ein bisschen stolz, dass wir unser Ziel erreicht haben und alles so gut geklappt hat. Dies haben wir aber vor allem auch unseren beiden Betreuern zu verdanken, die einen super Job machten und uns unterstützten, wo sie nur konnten.
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