Alpenbrevet – an einem Tag über fünf Pässe radeln

Redaktion FIT for LIFE

Spektakuläres, ultimatives Rad-Abenteuer

Das Alpenbrevet hat im Radsport grosse Tradition. Letztes Jahr wurden Start und Ziel dieser anspruchsvollen Mehrpässe-Fahrt für Hobbyfahrer von Andermatt nach Meiringen verlegt. Mit rund 1700 Fahrerinnen und Fahrern stösst «das längste Volksradrennen der Alpen» heuer in neue Dimensionen vor. Gestartet wird am Samstag, 8. August, um 6.45 Uhr im Dorfzentrum von Meiringen. Zur Wahl stehen – je nach Kondition – drei, vier oder fünf Pässe, oder aber eine atemberaubende Mountainbike-Tour am Hasliberg.

Während letztes Jahr noch in Balm an der Peripherie des Dorfes Meiringen gestartet wurde, ist das Herz des Anlasses jetzt ins Zentrum gezügelt worden. Erneut wird die Staatsstrasse am Samstag, 8. August zwischen 6.45 und 7.15 Uhr für den Verkehr gesperrt. Auf dass sich die Karawane nach dem spektakulären Massenstart im Dorf auf den ersten sechs Kilometern zwischen Meiringen und Innertkirchen in Richtung Grimselpass formieren kann.

Die abenteuerliche Radtour hat absoluten Kult-Charakter. So schreibt Jan Paczkowski aus Greifswald an der Ostsee in seinem Internet-Blog: «Ein Erlebnis, das in keinem Tagebuch eines Rennradfahrers fehlen sollte». Oder Lukas Altenkamp aus Stuttgart: «Der Höhepunkt meiner Marathonsaison«. «Wir dürfen auf viele Wiederholungstäter bauen», sagt Organisator Michael Schild, der als Rennleiter des Grand-Prix von Bern und als Zeitnehmer beim New York- und Chicago-Marathon über ein grosses Know-how verfügt. Bis zu 19 Stunden stehen die Helferinnen und Helfer im Einsatz, um den Fahrerinnen und Fahrern eine optimal organisierte Veranstaltung zu ermöglichen.

Obwohl das Alpenbrevet auf nicht abgesperrten Strassen statt findet (eine Ausnahme bildet die Startstrecke bis Innertkirchen) und grundsätzlich für alle Teilnehmenden das Strassenverkehrsgesetz gilt, besticht die gegenüber dem letzten Jahr eindrücklich optimierte Infrastruktur: Streckenmarkierung auf dem gesamten Parcours mit den Pässen Grimsel, Furka, Susten, Nufenen, Gotthard, Lukmanier und Oberalp, Reparatur-Service entlang der 329 km messenden Strecke, Spitzen-, Schluss- und Begleitfahrzeuge, selbstverständlich Garderoben und Duschen, Massage-Service, Notfalldienst und nicht zuletzt zehn Verpflegungsposten.

Allein auf der Grimsel-Passhöhe gibt es vier «Verpflegungsstrassen» mit Hektolitern von Tee, Wasser, Bouillon, Maxim-Energie-Drinks, Cola, ferner Bananen, Orangen, Brot, Käse, Biskuits und Schokolade. Mittels eines Timing-Transponders, welcher die Fahrer am Lenker befestigen und der auch als Controller dient, werden die Zwischenzeiten elektronisch ermittelt und in der Rennzentrale in Meiringen erfasst. Die Elektronik macht es möglich, die Kontrollpunkt-Passagen jedes Fahrers im Start-/Zielgelände von Meiringen sofort registrieren zu können.

Dennoch hat sich das Alpenbrevet wohl deshalb zum Mythos und zum spektakulären, ultimativen Abenteuer entwickelt, weil es am Schluss keine offizielle Rangliste gibt. Durchkommen, Durchhalten, die eigenen Grenzen ausloten, kämpfen und trotzdem geniessen, heisst die Devise!

Platin-Tour: Grimsel – Nufenen – Lukmanier – Oberalp – Susten
Distanz: 276 km
Höhendifferenz: 7031 m

Gold-Tour: Grimsel – Nufenen – Gotthard – Susten
Distanz: 172 km
Höhendifferenz: 5294 m

Silber-Tour: Grimsel – Furka – Susten
Distanz: 131 km
Höhendifferenz: 3975 m

MTB-Rock: Meiringen – Hohfluh – Käserstatt – Bidmi – Wiler – Inneri Urweid – Innertkirchen – Meiringen. Distanz: 40,5 km
Höhendifferenz: 1627 m

MTB-Hard: Gleiche Runde wie «Rock», dazu Runde 2: Meiringen – Reuti – Wasserwendi – Hohfluh – Meiringen.
Gesamtdistanz: 68,5 km
Höhendifferenz: 2934 m

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