Lucerne Marathon – der «perfect run» von Theres Crameri

Redaktion FIT for LIFE

Wie ich meinen inneren Schweinehund doch noch überwinden konnte!

Am Marathon-Morgen liess ich mich zusammen mit vielen anderen Läuferinnen, Läufern und Begleitpersonen mit einem Extra-Pendelschiff vom KKL zum Verkehrshaus rüberschiffen. An den Ufern des Vierwaldstättersees blies eine Bise. Anlässlich des Lucerne Marathons öffnete das Verkehrshaus die Türen frühzeitig. Ich nutzte diese willkommene Gelegenheit, um mich warm zu halten und die Toilette aufzusuchen. Im Startgelände bekamen wir von Viktor Röthlin über den Lautsprecher letzte Tipps. Er liess uns eine Welle machen, gab den Startschuss und entliess uns mit «Sonne im Herzen» auf den langen Weg.

Den kühlen Temperaturen zum Trotz säumten viele Zuschauerinnen und Zuschauer den Weg, motivierten uns Läufer schon in den ersten Minuten, unser Bestes zu geben und damit unsere persönliche Ziele zu erreichen.

Ich hatte mir eine Endzeit von 4 Stunden 15 Minuten vorgenommen. Zu diesem Zweck folgte ich den beiden Pacemakern, die diese Zeit anpeilten. In der ersten Runde bekundete ich keine Mühe. Ich konnte problemlos mithalten. Alles lief wunderbar. Auch die beiden Steigungen vermochten meinen Enthusiasmus nicht zu bremsen. Die verschiedenen Musikbands entlang der Strecke schafften es immer wieder, eine eventuell aufkommende Müdigkeit zu beseitigen und locker weiterzurennen. Kurz vor der Wendeschlaufe beim Verkehrshaus blickte ich zuversichtlich auf die zweite Runde. Ich hatte noch genügend Reserven, die restlichen 21 Kilometer in Angriff zu nehmen.

Nur ein paar Minuten später merkte ich, wie meine Kräfte nachliessen. Wie konnte das nur passieren? Jetzt nur keine Panik aufkommen lassen, sprach ich zu mir. Ich blickte in die Zuschauermenge und freute mich, dass sie immer noch so zahlreich am Strassenrand waren.

Meine Beine wurden immer schwerer. Ich redete mir gut zu: «Du schaffst das». So konn-te ich die erste Steigung (etwa bei Kilometer 26) überwinden. Die beiden Pacemaker konnte ich zwar nicht mehr sehen, ich war wohl etwas zu langsam.

Nun war ich kurz vor der zweiten (nach ungefähr 30 Kilometern) und allerletzten Steigung. Der innere Schweinehund sass ganz tief in meinem Nacken und säuselte mir ins Ohr: «Gib doch auf. Du könntest es so schön und gemütlich haben. Nimm doch diese Strapazen nicht mehr länger auf dich.» Diese Stimme gefiel mir. Ja, das wollte ich tun. Am Strassenrand spielte eine Guggenmusik. Die Tambourenmajorin gab beschwingt den Takt an. Ich überlegte mir, was wäre, wenn ich nun doch weiter machen würde. Die Stei-gung könnte ich doch ganz langsam angehen und auf der Anhöhe beim Verpflegungsposten eine Stärkung zu mir nehmen. Oben angekommen fühlte ich mich schon wieder etwas besser und gab mir einen freundschaftlichen Schubs und «startete meinen Motor» aufs Neue. Und siehe da, ich konnte meinen inneren Schweinehund doch noch besiegen. Es ging weiter und immer weiter.

Schliesslich waren es nur noch drei Kilometer bis ins Ziel. Die unermüdlichen Zuschauerinnen und Zuschauer feuerten mich an. Ich winkte ihnen mit beiden Armen zu. Sie dankten es mir mit noch mehr Unterstützung und klatschten mich regelrecht ins Ziel.

Die letzten Meter lief ich über eine erhöhte Rampe ins Ziel. Was für eine Freude, ich hatte es geschafft. Trotz meines Einbruchs kurz bei Beginn der zweiten Runde beendete ich den Marathon in 4 Stunden 23 Minuten.

Ich danke den Zuschauerinnen und Zuschauern, den Organisatoren, den Helfern, meinem Liebsten, der mich am Ziel in die Arme schloss und allen, die mich in irgendeiner Weise beim Lucerne Marathon unterstützt haben.

Nächstes Jahr komme ich wieder. Ich habe mich bereits wieder angemeldet. An diesem schönen Ereignis möchte ich unbedingt wieder teilhaben.

Im Rahmen der Aktion «Your perfect Run» verloste FIT for LIFE in einer Zusammenarbeit mit Adidasfünf Gratisstartplätze für den Aletsch-Halbmarathon vom 28. Juni 2009, inkl. einer Hotelübernachtung in der Aletschregion für eine Person. Gesucht wurden Schilderungen vom schönsten Lauferlebnis, um an der Verlosung teilzunehmen. Die besten Texte werden in diesem Blog veröffentlicht.

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