Hunde und ihre Halter – ein Ärgernis für Jogger?

Claude «Moser» Ramme

Nicht die Hunde, sondern die Halter gehören erzogen

Nein. Nein, es ist dies kein Bericht über dämliche, beissende, bellende, an einem hochspringende, geifernde, fehlkonditionierte, grosse und kleine Hunde. Ich will auf keinen Fall in die ewige Leier über die bösen Fellbündel einfallen, die uns alle Tage wieder nahezu pausenlos anfallen. Jede Joggerin und jeder Jogger hat vermutlich ihre oder seine Erfahrungen gemacht mit verschreckten, verzweifelten oder verspielten Hunden, die aus Angst zum Angriff übergingen oder uns bloss necken wollten. Kennen wir, soll uns nicht weiter beschäftigen.

Wesentlich interessanter sind deren Halterinnen und Halter – die sinnigerweise genauso hilflos sind wie ihre besten Freunde. 

Aber auch über sie will ich nicht allzu viele Worte verlieren, denn was sie so rauslassen im Vorbeigehen, spricht für sich. Und nein, ich lüge nicht, ich übertreibe nicht, ich spotte nicht (oder nur ein bisschen) – die folgenden Zitate sind gefallen, mehr oder weniger wörtlich.

«Geben Sie ihm ruhig einen Tritt.» Dem ich einen Tritt geben sollte, war ein Dackel, der wedelnd auf mich zugerannt kam und mir nicht wirklich Angst einjagte.

«Nein!!!» Und dann drosch er mit seiner am Ende mit einem schweren Karabiner bestückten Leine wie ein Gestörter auf seinen Hund ein – der Hund war nicht grösser als ein Pekinese.
«Sie wollen nur spielen.» Sie? Waren zwei Riesenteile, die an mir hochsprangen und ihre völlig verdreckten Tatzen an mir abstreiften und mich zu Fall brachten.

«Brav, jaaa, brav, toll machst du das.» Der brave Hund hätte mich gern zerfleischt, wenn er denn hätte dürfen. So fletschte er bloss die Zähne und knurrte mich ziemlich gefährlich an. Man stelle sich mal vor, mein Sohn fluchte wie ein Berserker den Nachbarsbuben an, und ich stünde daneben und sagte: «Braver Bub.»

«Du huere Tubel, chumm jetzt da häre!» Der Hund wollte natürlich nicht kommen. Gehen Sie zu Ihrem Mann, wenn er sie anmotzt, dass sie eine dumme Kuh sind und jetzt gopfertelli endlich kommen sollen?

Ein kleine feine Auswahl an Aussagen – wie wir sie alle in ähnlicher Form hören, die eine Menge über die Halterinnen und Halter sagen und dazu das «Fehlverhalten» der Hunde ansatzweise erklären. Was leider nichts daran ändert, dass ich keine Ahnung habe, wie ich solchen Trotteln begegnen soll.

Eigentlich tun mir nicht wir Jogger leid, sondern die Hunde.

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Kommentare

3 Kommentare zu “Hunde und ihre Halter – ein Ärgernis für Jogger?”
Maik Schulz 1.5.2010 20:40 Uhr

es stimmt schuld sind die hundebesitzer,mann kann aus einem kampfhundwelpen ein schmusehund machen

Beat Wirz 27.7.2009 8:11 Uhr

Ein wahrer Beitrag. Auch ich bin Jogger. Und Hundehalter dazu. Oft beides gleichzeitig. Leider stelle ich im Wald auch immer wieder fest, dass die meisten Leute vom Verhalten der Vierbeiner keine Ahnung haben und nicht selten die Hunde ihre Halter und nicht umgekehrt im Griff haben. Dabei gibt es einfache Regeln: Der Halter muss seinen Hund abrufen können. Kann er das in gewissen Situationen nicht, gehört der Hund an die Leine, spätestens sobald andere Leute kommen. Ein Tipp für Jogger: Sich bemerkbar machen. Viele Hunde betrachten Jogger als Eindringlinge in ihr Revier oder als Angreifer und reagieren entsprechend. Der Besitzer muss das wissen und abfangen können, und das erfordert halt viel Zeit und Training. Da hilft Vorwarnung. Zumindest, wenn es sich bei den Besitzern nicht um die geschilderten Trottel handelt. Dass der Pfefferspray ungenutzt bereits wirkt, ist interessant. Es zeigt einmal mehr, dass Hunde sehr sensibel auf subtilste Signale reagieren. Der Spray gibt Sicherheit, der Hund spürt das. Danke, dass für einmal nicht die Hunde drankommen. Hunde sind, richtig gehalten, absolut treuherzige und wunderbare Tiere.

Hans 23.7.2009 20:50 Uhr

Nachdem ich eine dreifache Hundeattacke bei einem Lauf überstanden hatte, erkundigte ich mich bei der hiesigen Kantonspolizei was sie mir in einer solchen Situation raten würden. Der Beamte, selber aktiver Jogger, wie sich im Gespräch herausstellte, empfahl mir einen Pfefferspray mitzunehmen. Er mache das selber auch so. Seitdem habe ich oft einen entsprechenden Spray dabei, doch interessanterweise ergaben sich absolut keine brenzligen Hundesituationen mehr. Der Pfefferspray scheint bereits in der Dose seine Wirkung zu entfalten… ;-)

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