Thailand-Infos für Velotouristen

Marius Stahlberger

Velofahrer in Thailand heisst: wenig Verkehr, breite Pannenstreifen, gute Strassenbeläge und eine problemlose Orientierung dank Kilometersteinen inklusive Strassennummern.

Velofahrer in Thailand heisst: wenig Verkehr, breite Pannenstreifen, gute Strassenbeläge und eine problemlose Orientierung dank Kilometersteinen inklusive Strassennummern.

Veloland Thailand

Thailand eignet sich wunderbar zum Velofahren – vom Einsteiger bis zu erfahrenen Velotouristen. Die wichtigsten Tipps und Infos haben wir für Sie zusammengestellt:

Strassenverhältnisse: Der Strassenbelag ist einiges besser als zum Beispiel in Italien, oft mit breitem Pannensteifen und Kilometersteinen – auch auf Nebenstrassen.

Infrastruktur: In touristischen Gebieten gibt es eine grosse Auswahl an Hotels und Guesthouses. In untouristischen Regionen kann man davon ausgehen, dass es in den grösseren Städten Hotels gibt. Generell darf man dort nicht zu viel Komfort erwarten, sauber sind die Zimmer aber in der Regel immer.

Reiseführer: Für Thailand gibt es keinen Veloreiseführer. Das Stefan-Loose-Travel-Reisebuch enthält Rundfahrten für Motorradfahrer, die sich auch fürs Velo eigenen.

Kondition: Jeder kann in Thailand Velo fahren. Wer sich mit der Etappe überschätzt, verlädt einfach in Zug, Bus oder Pick-up.

Reparaturen: In Bangkok, Chang Mai und Chang Rai sowie in den Touristenhochburgen im Süden findet man Veloshops, die ein hervorragendes Sortiment führen und sehr kompetent sind. Auf dem Land gibt es vor allem Mechaniker für Motorräder, die jedoch Veloprobleme oft auch beheben können.

Orientierung: Dank den Kilometersteinen, weiss man immer, wie weit man noch vom nächst grösseren Ort entfernt ist. Viele Wegweiser sind in unserem Alphabet angeschrieben. Wir waren in Thailand mit der Micheline-Karte im Massstab 1:1 370 000 unterwegs. Heute würden wir wahrscheinlich jene von Reise Know-How vorziehen, die zwar auf Ortnamen in Thai-Schrift verzichtet, dafür mehr über die Topografie verrät – die Orientierung war nie ein grosses Problem, unerwartete Berge schon eher. Ein GPS ist absolut unnötig.

Gesundheit: Hepatitis-A- und Typhus-Impfung, Malaria-Notfall-Medikament. Radfahrern empfiehlt das Tropeninstitut eine Tollwutimpfung. Die medizinische Versorgung ist gut und die Spitäler sind nicht schlechter als jene im EU-Raum. Geheimtipp: Sitzcreme einpacken!

Fast ein Muss, für einmal ohne Velo: Ein Tagesausflug mit einem Longtailboot von Krabi an den Rai Leh Beach mit den fantastischen Kalksteinformationen.

Fast ein Muss, für einmal ohne Velo: Ein Tagesausflug mit einem Longtailboot von Krabi an den Rai Leh Beach mit den fantastischen Kalksteinformationen.

Reisezeit: Wie in Laos ist auch in Thailand die ideale Reisezeit die Trockenzeit von Dezember bis März. In Nord-Thailand sind die Temperaturschwankungen grösser als im Süden. In den kältesten Monaten (Dezember und Januar) können die Temperaturen in der Nacht in Chiang Mai regelmässig unter 10 Grad fallen. Tagsüber wird’s gegen 30 Grad warm. Im Süden sind die Temperaturen regelmässig über 30 Grad und auch in der Nacht kühlt es nur wenig ab. In Bangkok muss man im April und Mai 40 Grad im Schatten aushalten!

Gefahren: Wie in allen entwickelten Länden droht die grösste Gefahr vom Verkehr. Thailänder fahren zwar generell rücksichtsvoll, Vorsicht ist aber immer geboten – zumal der Linksverkehr richtig einzuschätzen ist. Von den politischen Unruhen haben wir nichts mitbekommen. Auch wenn diese in den Medien schlimm dargestellt werden, ist man kaum in Gefahr. Wenn, dann nur in Bangkok und auch dort nur in gewissen Vierteln.

Kosten: 20 bis 30 Franken pro Tag. Bargeld kann man praktisch überall ab Automat beziehen.

Anreise: zum Beispiel via Doha und Bangkok mit Qatar Airways. Die Airline nimmt Velos unter bestimmten Bedingungen gratis mit. Aber auch andere Airlines sind mittlerweile gut auf Radfahrer eingerichtet.

Visa: Für einen Aufenthalt von 30 Tagen braucht es derzeit kein Visa. Wer nach einem kurzen Aufenthalt in Laos wieder problemlos einreisen will, sollte jedoch ein 60-Tage-Visa mit «two entries» auf dem Konsulat in Zürich beantragen.

Veloreiseanbieter: Wer sich lieber einer geführten Tour anschliessen möchte, kann das zum Beispiel mit der thailändischen Agentur www.spiceroads.com oder mit einem Schweizer Anbieter wie Bike Adventure Tours (www.bikereisen.ch) oder Baumeler (www.baumeler.ch) tun.

Reisedauer: Wir waren gut 9 Wochen in Thailand unterwegs und haben noch lange nicht alles gesehen. Aber auch nur schon während drei Wochen kann man tolle Veloferien machen. Bei kürzerer Reisedauer muss man sich auf eine Region einschränken.

Im Lumphini Park in Bangkok kann man sich vom Sightseeing-Stress bestens erholen und Sport treiben (Joggen, Gymnastik, Aerobic).

Im Lumphini Park in Bangkok kann man sich vom Sightseeing-Stress bestens erholen und Sport treiben (Joggen, Gymnastik, Aerobic).

Hauptstadt Bangkok: So toll die Stadt für Backpacker ist, Radfahrer-freundlich ist sie nicht. Wer am Flughafen ankommt, nimmt ein grosses Taxi bis zum Hotel oder lässt sich gleich aufs Land rausfahren, um von dort aus loszuradeln. Das kann man vom Hauptbahnhof aus auch mit einem Regionalzug machen. Von einem Start mitten in der Stadt ist dringend abzuraten!

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