Laos-Infos für Velotouristen

Marius Stahlberger

Flüsse und Berge: Fast wie in der Schweiz - nur ein bisschen heisser als hier.

Laos, ein Paradies für Radfahrer

Infrastruktur: Abseits der bekanntesten Touristenziele gibt es wenig Komfort. Geduscht wird oft kalt und mit dem Schöpfbecher. Die Infrastruktur entwickelte sich in den letzten Jahren jedoch schnell und so gibt es immer mehr und komfortablere Gasthäuser. Für ein Doppelzimmer bezahlt man 4 bis 6 Franken. Sollte man wider Erwarten keine Unterkunft finden, fragt man nach einem Schlafplatz – und wird dann in der Regel zum Haus des Dorfvorstehers geführt. Wir haben dies zwar nie selber ausprobiert, andere erzählten jedoch begeistert von solchen Erlebnissen.

Strassenverhältnisse: Im Norden gibt es eine perfekte mehrspurige chinesische Strasse. Auch sonst sind die Beläge meist relativ gut und asphaltiert. Streckenweise hat es aber auch auf der Nationalstrasse mehrere Kilometer nur Kies. Dafür ist der Verkehr sehr moderat.

Kondition: Die Bergregion im Norden verlangt eine gute Kondition. Im Notfall kann man aber auch einen Lastwagen oder einen Reisebus stoppen. Verlassen sollte man sich darauf aber nicht, denn sie sind gerade abends alles andere als zahlreich.

Reparaturen: In Laos sind viele Einheimische mit dem Fahrrad unterwegs. Darum gibt es in jedem grösseren Ort jemanden, der einfache Reparaturen durchführen kann.

Ausrüstung: Ausführliche Materialliste plus Angaben zu unseren Velos, die sich bestens bewährt haben.

Wo sind wir?

Orientierung: Da es nicht viele asphaltierte Strassen gibt, ist die Orientierung sehr einfach. Wir waren mit der Karte von Reise Know-How in einem Massstab von 1:600 000 unterwegs. Diese enthält auch Höhenlinien. Ein GPS ist nicht notwendig.

Reiseführer: Der Veloreiseführer «Cycling Vietnam, Laos & Cambodia» von Lonely Planet ist veraltet (2001) und vergriffen, lohnt sich aber allenfalls für die Höhenprofile. Als konventionelles Guidebook empfehlen wir das «Stefan Loose Travel Handbuch». Es beschreibt auch Nebenrouten. Nützlich ist auch der «Kauderwelsch-Sprachführer» vom Reise Know-How Verlag. Damit sind einfache Gespräche möglich.

Internet: Eine wahre Fundgrube für Reiseinformationen sind Berichte von Veloreisenden im Internet. Gute Sites, die Veloblogs aus aller Welt sammeln, sind zum Beispiel www.crazyguyonabike.com und www.bikely.com. Die Internetverbindungen in Laos sind jedoch langsam und findet man fast nur in den Touristenhochburgen Vientiane, Luang Prabang und Vang Vieng.

Gesundheit: Hepatitis-A- und Typhus-Impfung, Malaria-Notfall-Medikament. Radfahrern empfiehlt das Tropeninstitut eine Tollwutimpfung. Die medizinische Versorgung ist sehr schlecht: Wer ernsthaft erkrankt, muss sich in ein thailändisches Spital transportieren lassen. In die Reiseapotheke gehören für Laos unbedingt Antibiotika gegen bakterielle Lebensmittelvergiftung, Durchfall-Medikamente und fiebersenkende Schmerzmittel.

Gefahren: Von Überfällen und Diebstählen haben wir nichts gehört, Land und Leute sind durch und durch vertrauenswürdig. Im Nordosten droht die grösste Gefahr von Landminen aus dem Vietnam-Krieg. Darum sollte man immer schön auf der Strasse bleiben und bei einem geplanten Trekking einen Führer anheuern. Das Malaria-Risiko ist gross, daher unbedingt Moskito-Netz und «Antibrum forte» mitnehmen.

Reisezeit: Die ideale Reisezeit ist die Trockenzeit von Dezember bis März. Im bergigen Norden bewegen sich dann die Temperaturen zwischen 0 und 35 Grad. Die Regenzeit von Mai bis Oktober ist für Veloreisen ungeeignet: Es ist sehr heiss und feucht und die Mückenplage wird unerträglich.

Hygiene? Kein Problem! Wir haben überall und alles gegessen und hatten kein einziges Mal eine Magenverstimmung.

Kosten: 15 bis 20 Franken pro Tag reichen. Auf jeden Fall genügend Bargeld dabei haben, da es wenige Geldautomaten gibt. Ein Notvorrat an US Dollar ist zu empfehlen.

Anreise: Von Bangkok kann man in die Hauptstadt Vientiane weiterfliegen. Oder man nimmt den Zug ebenfalls bis nach Vientiane oder in den Norden Thailands, von wo es bis nach Laos mit dem Velo nicht mehr weit ist.

Visa: Bekommt man problemlos bei der Einreise an allen offiziellen Grenzübergängen oder internationalen Flughäfen. 30 Tage gültig.

Veloreiseanbieter: Wer sich lieber einer geführten Tour anschliessen möchte, kann das zum Beispiel mit www.spiceroads.com tun – einer thailändischen Agentur, die auf Velotouren spezialisiert ist. Schweizer Veloreiseanbieter haben Laos noch nicht im Programm, wobei der Anbieter «Bike Adventure Tours» am Rekognoszieren einer Laos-Tour ist (www.bikereisen.ch).

Reisedauer: Wir sind neun Tagesetappen in Laos gefahren. Zusammen mit einigen Ruhetagen und Sightseeing kann man in zwei Wochen eine abwechslungsreiche Tour planen.

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Kommentare

2 Kommentare zu “Laos-Infos für Velotouristen”
Martin Rüdisüli 24.2.2010 12:40 Uhr

Hallo Marius,
sind wieder gut von unsere Laos Tour zurück gekommen. Vielen Dank noch mal für die Infos und Tipps. Wir haben ziemlich genau die gleiche Tour gemacht wie ihr. War wirklich super und genauso wie im Bericht beschrieben. Kann Laos (und diese Tour) nur wärmstens weiterempfehlen.

Beste Grüsse
martin

PS. Nach Pak Beng kommt man am besten von Houy Xai mit dem “slow boat” (Abfahrt ca. 11 h morgens, Ankunft ca. 18 h abends).

Sylvia Keller 23.8.2009 22:00 Uhr

Ich finde den Laos-Bericht super und möchte mit zwei Kolleginnen diese Route planen. Nun habe ich noch einige Fragen: Wie kommt man am einfachsten zum Ausgangspunkt Pak Beng? Wieviele Km waren die durchschnittlichen Tagesetappen? Welcher Monat wäre der idealste? Da ich die Packliste von eurer Tour im Internet nicht finde, würde mich auch dies sehr interessieren. Ich danke schon im voraus für die Infos und freundlliche Grüsse Sylvia Keller

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