Ausrüstungs-Infos für Radfahrer in Thailand und Laos
Marius Stahlberger
Tourenausrüstung empfehlenswert
Für Laos sind robuste Velos empfehlenswert. In Thailand könnte man auch mit klassischen Rennvelos fahren, da die Strassen so gut sind. Wir hatten auf 3000 km keinen einzigen Defekt. Einzig die «Acht» musste bei Marius zweimal und bei Andrea einmal gerichtet werden.
Grundsätzlich gilt für Tourenvelos: je einfacher, desto besser. Denn was tun bei einer gröberen Reparatur in der Pampa draussen? Andererseits ist man mit Scheibenbremsen bei viel Gewicht auf steilen Passstrassen froh um eine gute Bremswirkung. 26-Zoll-Räder sind zu bevorzugen, weil diese weltweit häufiger verbreitet sind. Folgend finden Sie die Ausrüstung im Detail.
Andreas Velo:
- Cannondale T700.
- Klassisches Tourenvelo mit Rennvelo-Lenker.
- Alurahmen. Leicht aber sozusagen irreparabel bei einem groben Defekt (Rahmenbruch).
- Einfachste Schaltung und Felgenbremsen. Einfach zu reparieren, genügend grosse Bremswirkung.
- Relativ schmale Reifen (Schwalbe Marathon)
- 28″-Räder.
Marius’ Velo:
- Toutterrain Silkroad
- Im Rahmen integrierter Gepäckträger für mehr Stabilität
- Stahlrahmen: schwerer als Alu, dafür im Notfall zu schweissen.
- Lenker mit einfach einstellbaren Hörner-Positionen für eine Handgelenk-schonendere Position.
- Öl-Scheibenbremsen. Gute Bremswirkung, kompliziert zu reparieren falls nötig.
- Shimano LX-Schaltung.
- Breite Reifen: Schwalbe Marathon XR
- 26″-Räder.
Flickzeugs:
In Thailand bekommt man in guten Veloshops eigentlich alles, für Laos empfiehlt sich:
- Draht: für alle Fälle.
- Universalwerkzeug: unbedingt vorher testen. Z. B. auch Kettenglied wechseln.
- Ersatz Kettenglied: Material, das man nicht unbedingt sofort erhält.
- Ersatzschrauben und Muttern: für die Sattelstütze, allenfalls für den Gepäckträger.
- Öl und Schlauch: falls Luft in die Bremskabel dringt, muss man das Öl einmal durchspülen können.
- Flickzeugs und Pumpe: gehört sowieso auf jede Velotour.
- Kettenöl und Putzlappen: es ist sehr staubig und am Meer salzig. Der Verschleiss ist gross, Pflege unabdingbar.
- Gummistrippen: um den Rucksack auf den Gepäckträger festzubinden.
- Bremsklötze.
- Ersatzschläuche.
Velo-Taschen:
Wer von Velotaschen spricht, nennt im gleichen Atemzug Ortlieb (www.ortlieb.com). Die 100% wasserdichten, robusten, praktischen Ortlieb-Taschen sind für jede Tour die perfekte Wahl. Wer jedoch in der Trockenzeit in Südostasien unterwegs ist, bräuchte jedoch keine wasserdichten Taschen – es regnet sowieso nie!
Hinten zwei grosse, vorne (am Lowrider) zwei kleine Ortlieb-Taschen an Marius’ Velo, bei Andrea zwei grosse hinten und eine Lenkertasche vorne. Dazu bei beiden eine Quertasche (einfache Sporttasche oder Rucksack) auf dem Gepäckträger. Die ist auch halb leer praktisch, weil man diese beispielsweise zum Trekking besser brauchen kann als eine Ortlieb-Tasche.
Inhalt der Taschen:
Hier nur einige Tipps von kleinen Dingen, die man schnell vergisst, die aber super praktisch sein können:
- Eigenes Moskitonetz: in vielen Unterkünften hängen zwar welche, aber eben nicht immer. Und teils sind sie ziemlich löchrig.
- Mückenspray: sollte DEET enthalten. Nur dieser Wirkstoff hält Malariamücken auf Distanz. Allerdings ist DEET ziemlich giftig und kann allergische Reaktionen hervorrufen. Darum empfiehlt sich, nicht zu viel davon aufzutragen und sich nach Möglichkeit mit Textilien zu schützen.
- Stirnlampe: besser als eine Velolampe.
- Kabelbinder, Schnur, Tape: kann man immer brauchen.
- Seidenschlafsack: ein absolutes Muss. Wenns zu heiss ist für eine Decke oder man sich nicht unbedingt auf schmutzige Betten legen möchte, ist dieser Gold wert. Leicht und klein.
- Sitzcreme: Auch (abge-) härteste Hintern braucht trotz bestem Sattel irgendwann ein bisschen Pflege.
- Isotonisches Pulver: kriegt man zwar teils in Apotheken, aber ein Pulver aus der Schweiz als Notvorrat ist sicher nicht schlecht.
- Armlinge und Beinlinge: Sonnenschutz, Wärmespender, Mückenschutz. Die Alleskönner!
Was man nicht braucht für Laos und Thailand (in der Trockenzeit):
- Regenschutz. Es regnet nie. Und wenn, dann liebt man den Regen!
- GPS. In Laos gibt es nur ganz wenige befahrbare Strassen. Verfahren nicht möglich. In Thailand ist man mit einer Karte bestens bedient.
- Pneus. Wer nur kurz reist, braucht diese zusätzliche Last definitiv nicht. Kriegt man notfalls vor Ort.
- Liegematten, Campingmaterial. Man findet immer ein Bett! Campings hats sozusagen keine, Männer können aber Mönche fragen, ob sie ihr Zelt in der Tempelanlage aufstellen dürfen (für Frauen verboten!). Selber kochen kommt kaum in Frage, Pasta kann man fast nirgends kaufen. Wäre auch schade, wenn man die fremden Küchekünste verpassen würde!
Kleider:
Im Süden braucht man keine warmen Sachen, im Norden aber schon. Was anderes als Sandalen hatten wir nur an, wenn wir joggen gingen – und selbst das kann man barfuss am Strand! Die müssen deshalb wirklich bequem sein. Nach drei Monaten hatten wir beide etwas Schmerzen an Füssen und im Rücken – wahrscheinlich weil wir immer die selben Treter anhatten, die auch nicht wahnsinnig gut gestützt oder gedämpft sind.












