Angetroffen: Prapasiri Sukaravan
Marius Stahlberger
Freiluft-Fitnessgeräte sind in Thailand der Renner.
Outdoor-Fitness und Joggen im Lumphini Park
Der Lumphini Park ist DER Treffpunkt fuer Freizeitsportler in Bangkok, wo man sonst nicht viele Gruenflaechen findet. Hier huepfen gegen 3000 Aerobic-Sportler im Rhythmus der Musik, da spielen einige Basketball, dort Badminton, einige schwimmen in einem Becken und die Freiluft-Fitnessgeraete werden von Jung und Alt rege benutzt.
Wir treffen Prapasiri Sukaravan, ein 50-jährige Thailänderin, und plaudern mit ihr ein bisschen. Waehrend des Gesprächs mit ihr laufen hunderte von Thailaendern, Expats und Touristen an uns vorbei, die alle ein Lauftraining um den Parksee absolvieren.

Prapasiri Sukaravan
Hallo, moechten Sie einen Schluck Wasser?
Ooh, nein danke (laechelt).
Aber es ist so heiss, da ist es wichtig, viel zu trinken.
Ich laufe nur einmal um den See, das sind bloss 2,5 Kilometer.
Sie laufen bestimmt von zu Hause zum Park und nach dem Training wieder zurueck.
Ich wohne nicht weit von hier, aber ich komme jeweils mit den Skytrain. In den Strassen laeuft eigentlich niemand.
Wie oft joggen Sie?
Dreimal in der Woche.
Und seit wann?
Seit zwei Jahren. Vorher habe ich Aerobic gemacht. Dann bekam ich aber Knieprobleme.
Beim Lauftraining haben Sie keine Schmerzen?
Nein. Mein Ehemann ist Arzt und er hat mir das Laufen empfohlen. Jetzt trage ich fuers Training Kniebandagen, damit gehts gut.
Hier in Bangkok herrscht ein unglaublicher Verkehr und es ist sehr heiss. Bereitet Ihnen die Luftverschmutzung keine Muehe?
Ja, die Luftverschmutzung ist schon ein Problem. Einige laufen sogar mit Schutzmasken. Aber ich persoenlich habe auch das Gefuehl, dass das Laufen die Atemwege reinigt.
Ist es in der Regenzeit angenehmer zu laufen?
Ja, vom Mai bis Oktober ist es weniger heiss und die Luft ist auch besser. Allerdings laufe ich nicht so gerne im Regen – dreimal die Woche muss aber trotzdem sein.

Jeden Abend um 18 Uhr: Strammstehen während der Nationalhymne - gilt auch für Jogger!
Laufen Sie manchmal auch morgens?
Nein, immer am spaeten Nachmittag. Ich moechte einfach vor 18 Uhr mit der Runde fertig sein.
Weshalb?
Weil dann die Nationalhymne gespielt wird. Fuer eine Minute muss man dann an Ort und Stelle stramm stehen bleiben.
Und alle Menschen hier im Park halten sich daran?
Ja, selbstverstaendlich! Und es hat Polizisten, die das kontrollieren. Am Ende der Hymne pfeifen sie mit ihrer Trillerpfeife und dann darf man weiterlaufen.
Was haben Sie da eigentlich fuer ein Saeckchen unter dem Arm?
Ooh, das? (lacht) Das ist Katzenfutter. Ich fuettere unterwegs die Katzen, die mir begegnen.
Laufen Sie immer alleine?
Manchmal begleitet mich mein Mann.
Was moegen Sie am Laufen?
Dass ich schwitze. Und das tiefe Durchatmen danach vermittelt mir ein gutes, gesundes Gefuehl. Ich schlafe dann auch viel besser. Toll ist auch, dass man zum Laufen einfach nur Schuhe braucht, und sonst nichts. Das ist natuerlich sehr guenstig.

Velofahrer findet man in Bangkok nur hier. In den Strassen ists zu gefährlich.
Moechten Sie mal einen Marathon laufen?
Was ist das?
Ein Laufwettkampf ueber eine sehr lange Distanz. Etwa 40 Kilometer.
Ooh, nein! (laechelt) Ich bin doch eine alte Frau! (lacht)
Haben Sie sich sonst ein sportliches Ziel gesteckt?
Ja, ich moechte dieses Jahr irgendwann zweimal um den See laufen.
Na dann, viel Erfolg!
Danke vielmals, good bye.








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