My Thai im Veloparadies Laos
Marius StahlbergerLaos – das Paradies für Velotouristen
Laos ist ein Nadelöhr. China, Kambodscha, Vietnam und Thailand sind alles angrenzende Länder, die Veloweltenbummler durchqueren so scheints. Laos stellt quasi die Verbindung von Osten nach Westen und vom Norden in den Süden dar. Deshalb trifft man hier täglich auf Radler aus aller Welt – und tauscht sich über Ortliebtaschen, Lowrider oder Rohloff-Schaltungen aus.
Beim Grenzübergang Chiang Khong (Thailand) – Huay Xai (Laos) lernen wir einen Franzosen kennen, den wir schlicht und einfach bewundern. Dieser rüstige Radler ist 73 Jahre alt und geht jedes Jahr für einen Monat alleine und auf Veloreise. 49 Länder hat er mit seinem Zweirad bereits entdeckt.
Nach einem Tag auf dem Boot trennen sich unsere Wege, da er noch einen zweiten auf dem Mekong anhängt und bis nach Luang Prabang tuckert. Wir nehmen die ersten Etappen in Pak Beng in Angriff. Diese Route wurde uns von zwei Holländern empfohlen, die wir in Thailand getroffen haben.
So erstaunt es kaum, dass wir auf dem Weg nach Udomxai eine weitere Holländerin antreffen. Sie startete bereits im November und setzt ihre Reise durch Asien noch bis im Juni fort.
Von Udomxai über Luang Prabang zur Hauptstadt Vientiane fahren wir 7 Tage lang auf der Hauptverkehrsachse, auf der grössten und am meisten befahrenen Strasse in ganz Laos. Aber auch auf dieser «Autobahn» herrscht kaum Verkehr!
Das Land ist für Velotouristen eine Attraktion und wohl deshalb hat sich Laos in den vergangenen 5 Jahren dafür eingerichtet zu haben. Bedeutend mehr Guesthouses als im Reiseführer aufgelistet sind laden zum Übernachten ein. Bei Tagesetappen von rund 6 Stunden findet man am Ende immer ein Bett und ein Restaurant.
Und weil in den manchmal verschlafenen Nestern ausser Velofahrern keine Touristen anzutreffen sind, ist man unter sich. Während einer Woche sind Tracy und Andy unsere Weggenossen. Die Engländer starteten in Kirgisien und kamen dann über Pakistan, Indien, Nepal, China nach Laos, um von hier nach Kambodscha und Vietnam weiterzuziehen.
Auch treffen wir einen weiteren Franzosen. Seine 2 Jahre andauernde Weltumradlung ist erst 2 Wochen jung. Ein amerikanisches Pärchen kreuzt unsere Route. Sie kommen von Malaysia und Thailand her. Die Schweizerin Dagmar ist zusammen mit dem Amerikaner Matthew unterwegs. Ein kanadisches Pärchen hier, eine Australierin da. Oesterreich, Norwegen und Spanien sind ebenfalls vertreten.
Forza Ticino! Romina und Francesca fahren mit dem Tandem von Kambodscha nach Hause! www.cincio.ch. Und wir dachten vor unserer Reise, wir würden etwas Exotisches machen…

Wer auf www.crazyguyonabike.com rumsurft, der hat definitiv das Gefühl, die Welt besteht aus abenteuerlustigen Tourenradlern!
Aber nicht nur Falangs (Fremde) sind am Radfahren. Auch viele Einheimische bewegen sich mit dem Drahtesel fort. Und so legt man manchmal einige Kilometer in Begleitung einiger Schüler zurück und plaudert ein bisschen, sofern die Sprachbarrieren nicht zu gross sind. So oder so: ein freundliches Lächeln versteht man weltweit.
Unsere Laos-Tour:
Chiang Khong – Pak Beng: 6 Stunden Bootsfahrt auf dem Mekong.
Pak Beng – Muang Beng: 90 km. Eine Zeitreise 100 Jahre zurück. Einer der ärmsten Ecken der Welt. Nackte Kinder, kein fliessend Wasser, nur einige Stunden Strom. Kein Verkehr, alles freundliche Menschen. Eine der eindrücklichsten Etappen.
Muang Beng – Udomxai: 70 km. Fortsetzung vom vorherigen Tag.
Udomxai – Pakmong: 88 km, 1500 hm. Schöne Passstrassen, schlechter Strassenzustand, viele Schlaglöcher. Kaum Verkehr.
Pakmong – Luangprabang: 112 km. Hügelig, aber mehr oder weniger alles einem Fluss nach – in Südostasien scheinbar kein Widerspruch.
Luangprabang – Kiou Ka Chau: 80 km, über 2000 hm. Schöne aber härteste Etappe mit Bergankunft. Super Strasse.
Kiou Ka Chau – Phachao: 90 km, ein langer, schöner Pass. Am Ende die Belohnung: Hotsprings!
Phachao – Vang Vieng: 70 km. Flach aber brutal heiss. Noch immer sehr wenig Verkehr, Strassenzustand sehr gut.
Vang Vieng – Na Nam: 120 km. Herrliches Resort am See.
Na Nam – Vientiane: 95 flache km in die Hauptstadt rollen.
Vientiane – Nong Khai (Thailand): 50 km. Über die «Friendship Bridge» in Vientiane muss man leider den Bus nehmen. Ja nu.
Fortsetzung:
Mit dem Zug über Bangkok an die schönen Strände im Süden. Dort ist neben morgendlichen Velotouren Tauchen, Klettern, Joggen und einfach mal Entspannen angesagt. Sabaidee!













