Umweltengagement als Chance für Sportveranstalter

Stefan Kausch

Umweltengagement als Chance für Sportveranstalter

In der Schweiz finden jährlich 230 000 Sportveranstaltungen. Für diese gilt das gleiche wie für normale Unternehmen: Sie müssen mit beschränkten Ressourcen auskommen und sich mit knappen Budgets und chronischem Personalmangel herumschlagen. Massnahmen zugunsten der Umwelt beurteilen die Vereinen und Organisationskomitees meist als unnötig – anstatt diese als Chance wahrzunehmen.

Einzig im Ausdauerbereich berücksichtigen Veranstalter vermehrt Umweltbelange. Als Vorreiter haben sich Swiss Orienteering, der Engadin Skimarathon oder die SOLA-Stafette Zürich mit einem umfangreichen Umweltmanagement hervorgetan. Daneben sind andere interessante Bemühungen zu beobachten: Einige Laufveranstaltungen weisen im Laufguide mit der Bezeichnung «eco» auf die Umsetzung von Umweltmassnahmen hin. Und beim Gigathlon ist zum ersten Mal eine Person im Organisationskomitee für das Ressort Umwelt verantwortlich.
Verschiedene Faktoren bringen die Organisatoren von Sportveranstaltungen dazu, ökologische und ethische Aspekte zu berücksichtigen.

Kostenersparnis
Durch den Einsatz von Stromsparlampen, wassersparenden Duschköpfen oder die Förderung des öffentlichen Verkehrs.

Medialer und politischer Druck
Die kritische Berichterstattung über das Verkehrschaos und die Materialschlacht beim Gigathlon hat dazu geführt, dass der Bereich Umwelt einen höheren Stellenwert erhält.
Ohne Nachhaltigkeitskonzept erhält heute keine Grossveranstaltung mehr Steuergelder des Bundes.

Amtliche und sportpolitische Anreize
Durch den Einsatz von Mehrwegbechern erhalten Veranstalter z.B. in Basel einen Erlass von 20% auf die Allmendgebühren.
Schweizer Sportverbände, die Projekte im Bereich Umwelt und Ethik umsetzen, werden dafür von Swiss Olympic mit 15% des Bundesbeitrages vergütet.
Ecosport.ch zeichnet Umweltmassnahmen von Sportveranstaltungen mit einem Geldpreis aus.

Support Sponsoren
Unternehmen wie Switcher, Swisscom oder EWZ (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich) setzen bei ihrer Sponsoringstrategie auf Nachhaltigkeit. Sie bevorzugen Veranstalter, die sich ökologisch und sozial engagieren.

Gewiss, 99.9% der 230 000 Sportveranstaltungen kommen ohne Umweltkonzept und -verantwortlichen aus. Erst wenige haben erkannt, dass sich durch die Berücksichtigung von Umwelt und Ethik Kosten sparen, das Image aufpolieren und Sponsoringgelder akquirieren lassen. Die wenigen sind aber in einer guten Ausgangsposition, denn der Wettbewerb unter den Veranstaltern um knappe Sponsorengelder wird sich zuspitzen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Teilnehmende und Zuschauer ökologische und ethische Massnahmen «nachfragen», also das Öko-Engagement von Sportveranstaltungen mit Ihrer Teilnahme respektive ihrem Besuch goutieren werden.

Für Tipps und weitere Informationen: ecosport.ch und saubere-veranstaltungen.ch

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